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„Mama, wann stirbst Du denn?“ Trauernde Kinder

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Wenn Kinder mit dem Thema „Tod“ konfrontiert werden, kommt es mitunter zu irritierenden Situationen und Fragen. Kinder gehen mit dem Tod anders um als Erwachsene. Sie trauern anders – was vor allem an ihrem Alter liegt. So können Kinder den Tod mit allen seinen Konsequenzen erst mit zunehmendem Alter begreifen. Drei- bis Sechsjährige kennen deshalb schon den Begriff „tot sein“, verstehen aber noch nicht seine Endgültigkeit und die wahre Bedeutung.

Hass-Schuster, Expertin und qualifizierte Trauerbegleiterin, erläutert den größten Unterschied zwischen trauernden Kindern und Erwachsenen: „Sie sind es gewöhnt, sich auf unsicherem Terrain zu bewegen“… Erwachsene hingegen glauben, alles in der Hand zu haben.“ Wenn sie dann vom Verlust eines Menschen betroffen sind, ziehe ihnen das schnell den Boden unter den Füßen weg. So können Kinder trotz eines großen Verlusts auch zwischendurch spielen, lachen und fröhlich sein. „ Auf Erwachsene wirkt das, als würden sie nicht trauern oder seien gleichgültig.“ Aber das ist nicht der Fall. Kinder versuchen durch das Spiel ihr seelisches Gleichgewicht wieder herzustellen. „Die Seele lässt nur so viel zu, wie sie verkraftet.“ Kinder hüpfen von Trauerpfütze zu Trauerpfütze, Erwachsene waten durch einen Trauerfluss. Mal weinen trauernde Kinder, mal lachen sie, mal sind sie wütend, störrisch oder haben Angst… Eine Trauerbegleitung ist deshalb eine sinnvolle Angelegenheit.

So bieten beispielsweise die Malteser Trauergruppen für Kinder von 8 bis 14 Jahren an. Auch Einzelbegleitungen für 6-18jährige sind möglich. Der Vorteil: „Wir sind emotional nicht involviert und haben den nötigen Abstand“, so Hass-Schuster. Sie nimmt zu Kindern u.a. einen Sprechstein und eine Kerze mit. Sie entzünden eine Kerze für den Verstorbenen und reden. „Wir müssen uns ebenfalls öffnen, damit das Kind Vertrauen aufbaut.“ Aus dem gleichen Grund haben Trauerbegleiter eine Schweigepflicht. Dieser unterliegt alles, was das Kind erzählt – außer es ist Gefahr in Verzug. „Wenn das Kind sich zum Beispiel selbst verletzt, handeln wir“, sagt Hass-Schuster. Wenn die Situation es erfordert, holen sich Trauerbegleiter Rat von einem Psychologen und arbeiten mit ihm Hand in Hand. „Das passiert aber selten“, erklärt Hass-Schuster. Generell sei therapeutische Begleitung von trauernden Mädchen und Jungen nicht nötig.

Trauer ist etwas sehr Nützliches, meint die Expertin weiter. „Der Tod gehört zum Leben. Kinder sollten die Chance bekommen, ein normales Verhältnis dazu zu entwickeln.“ Dazu gehört das Sprechen über den Verstorbenen und die Erinnerung an die gemeinsame Zeit…


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