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Familie und Leben

Lieber weniger Fürsorge und Helikopter

Sie nehmen den Lehrer zwei Minuten vor Unterrichtsbeginn nochmal zur Seite, sie bringen ihre Kinder bis zum eigenen Platz und sind Taxi auf Abruf: Helikopter-Eltern, ein Phänomen unserer Zeit. Doch die ständige Fürsorge und Hilfe bei den kleinsten Problemen bringt Kinder nicht voran in ihrer Entwicklung. Im Gegenteil, sie bremst den Entdeckerdrang und hindert den Nachwuchs daran, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen.
 

Aber wir wollen doch nur das Beste für unser Kind!

So lieb die Intention dahinter auch gemeint ist, leider ist sie eher kontraproduktiv. Nur weil euer Kind sich an einem Problem mal selbst versucht und vielleicht auch scheitert, heißt das nicht, dass ihr schlechte Eltern seid oder dass für euer Kind jetzt die Welt untergeht, denn nur wer Fehler macht, hat auch die Möglichkeit aus diesen zu lernen.

Josef Kraus, ehemaliger Gymnasialdirektor, kennt Vollblut-Helikopter-Eltern zu Hauf und ihren ständigen Kontrollwahn. Hierbei unterscheidet er zwischen drei Kategorien:
 

  • Transporthubschrauber-Eltern (auch bekannt als „Eltern-Taxis“) sind Mamas und Papas, die ihre Kinder überall hin kutschieren und das meist auf Abruf.
  • Rettungshubschrauber-Eltern holen ihre Kinder auch aus wenig bedrohlichen Situationen raus. Ruft z. B. ein Grundschüler seine Mama an und sagt, er hätte eine schlechte Note, seine Brotdose ist verschwunden und nun hätte er auch noch etwas Kopfschmerzen, steht Mutti in fünf Minuten vor der Schule und holt ihn ab.
  • Kampfhubschrauber-Eltern denken, sie müssten alle Kämpfe für ihren Nachwuchs austragen und das schon bei einer, ihrer Meinung nach, unpassenden Sitzordnung in der Klasse.

 
Es ist also kein Problem, die Kinder auch mal machen zu lassen und sie lieber beim erfolgreichen Scheitern zu unterstützen, sprich dabei, nicht sofort aufzugeben, wenn es mal nicht gleich klappt, sondern dran zu bleiben bis es doch funktioniert. Dabei ist es wichtig, dass Eltern ihrem Kind die Sicherheit geben, dass scheitern auch mal dazugehört, davon aber nicht die Welt untergeht.


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