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Familie und Leben

Lernfrust und ein überholtes Schulsystem

Für alle Schulanfänger ist es gut 5 Monate her, dass sie zumeist hochmotiviert in die erste Klasse kamen. Die Kinder sind wissbegierig, stolz und lernbereit. Doch leider hat es sich mit dieser Motivation zum Lernen schon nach wenigen Monaten oder Jahren erledigt.
 

Keine Begeisterung. Kein Stolz.

Von Freude ist wenig zu spüren. Dabei ist der Lernerfolg vor allem da, wenn die Kinder lustvoll und motiviert sind. Dieser Eifer lässt jedoch laut psychologischen Studien spätestens ab der Pubertät, aber meist schon beim Wechsel auf die weiterführende Schule nach. Während noch die Hälfte der Erstklässler durchgängig Spaß am Lernen hat, sind es bei den 13-Jährigen nur noch 6%. So die Ergebnisse einer Studie von scoyo und ZEIT LEO.
 
Aber: Lernen ohne Spaß geht gar nicht!

„Wer mit Lust bei der Sache ist, lernt wie von selbst“, erklärt Neurologe Prof. Dr. Martin Korte. Und der Lernforscher Michael Fritz geht noch einen Schritt weiter: „Lernen, das auf Dauer keinen Spaß macht, ist zwecklos.“
Deshalb werden immer wieder praktische Beispiele, Lernen am Alltag gefordert. 40% der im Rahmen der Studie „Lernen mit Spaß“ befragten Kinder wünschen sich mehr projektbezogenen Unterricht. Bei den Mädchen ist diese Vorliebe besonders stark ausgeprägt.
 
Übrigens:

Die meisten Eltern helfen bei den Hausaufgaben und beim Lernen mit eben jenen Beispielen aus dem wahren Leben. Jedes fünfte Kind gibt an, dann etwas am besten zu verstehen. Noch besser merken sich die Schüler Lerninhalte, die in eine spannende Geschichte verpackt sind. Etwa ein Drittel betont, dass sie es so am besten verstehen. Und der Experte Michael Fritz bestätigt die Ergebnisse der Studie Lernen mit Spaß: „Alles, was projektartig und handlungsorientiert ist, hat mehr Potenzial für Spaß, Freude und Erfolg.“ Wer „mit Kopf, Herz und Hand“ lerne, beanspruche unterschiedliche Hirnregionen. Das Gelernte werde dabei viel intensiver verarbeitet und wirke nachhaltig.
 

Das Problem: Das Schulsystem

Die Schule, die zum Lernen motivieren soll, bewirkt meist das Gegenteil. Gute Noten als Maß aller Dinge und das Muss eines hohen Bildungsabschlusses erzeugen Erfolgsdruck bei Kindern, Eltern und Lehrern. Das hemmt und der Spaß kommt eindeutig zu kurz.
Oft bleibt von dem natürlichen und angeborenen Wissensdurst der Kinder nur Lernschmerz zurück, ein Frust, den die Schüler vermehrt körperlich erleben. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, innere Unruhe als Ergebnis des Wettlaufs nach der besten Benotung.
Deshalb wäre der richtige Weg, den Druck zu reduzieren, den sicher PISA 6 co machen und stattdessen der Neugierde eine Chance geben. Erkunden, tüfteln, begeistern – es braucht eine positive Grundstimmung und die ist leider vielerorts verloren gegangen.


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