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LeipzigKids politisch: Jamaika und das Bildungsloch

Bei Maischberger wurde die Bildungsfrage aktuell und zeigte, wie uneins Jamaika in dieser Frage ist. So stellte Linken Vize Janine Wissler fest, dass statt Steuerentlastungen zu beschließen, die Milliarden-Überschüsse lieber in Bildung investiert werden sollten.

Wissler: „Es kann doch nicht wahr sein, dass wir in einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt eine Schule daran erkennen, dass sie das marodeste Gebäude im ganzen Stadtteil ist!

Klar ist, es gibt ein Bildungs- und Schulproblem. Wie das zu lösen ist, bleibt unklar. Klar ist, die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat die Gesamtkosten für die Instandsetzung maroder Schulen auf 34 Milliarden Euro geschätzt.

Klar auch, dass 3,3 Mill. Ganztagsplätze fehlen (Quelle: Bertelsmann Stiftung)

Und ebenfalls klar, die Schülerzahlen steigen weiter. Dementsprechend ist auch mehr Personal zum Lehren notwendig. Dies beziffert die Bertelsmann Stiftung noch einmal auf 2,3 Mill. Euro.
Da will man an das Thema Digitalisierung noch gar nicht denken. Wenn man hier die Einrichtung und Ausstattung der Schulen mit berücksichtigt, stehen noch einmal 2,8 Mill. Euro auf der Uhr.

Aber aktuell werden für die Bereiche Bildung, Forschung und Innovation aus dem politischen Lager gerade mal 12 Milliarden Euro angepeilt. Das ist viel, aber nach offiziellen Schätzungen noch lange nicht ausreichend. Zumal eine wirklich wichtige Entscheidung außen vor bleibt. Aktuell gibt es ein Kooperationsverbot, d.h. der Bund darf keinen Einfluss auf die Bildungspolitik der Länder nehmen. Ergo: Fördergelder und Hilfen dürfen nicht vom Bund bereitgestellt werden. FDP-Chef Christian Lindner forderte sogar eine „Bildungsrevolution“, die sich genau um diesen Punkt dreht. Seine Meinung:

Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung die Schulen in Botswana und Burundi unterstützen darf, aber nicht in Bamberg oder Bremen.

Die CDU ist dagegen. sie will weiter, dass die Bildung und dementsprechend auch die traurige Schullandschaft Ländersache bliebe. Aber laut Lindner:

Sich von der Lebenslüge zu trennen, dass die Konkurrenz zwischen 16 Ländern die Qualität per se verbessere, wäre ein Durchbruch einer möglichen schwarz-gelb-grünen Koalition.

Jamaika hat viel zu tun. Bleibt zu hoffen, dass man vor den Problemen nicht die Augen verschließt und mutig genug ist, das Thema Bildung auf stabile, ordentliche und zukunftsträchtige Beine zu stellen.


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