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Leihmutterschaft ist keine Katalogbestellung!

Leihmutterschaft

In der Theorie besteht eine Leihmutterschaft dann, wenn eine Frau ein mit ihr nicht genetisch verwandtes Kind austrägt. D.h. ihr wird eine bereits befruchtete Eizelle eingepflanzt und sie vermietet sozusagen ihren Bauch an ein Baby, was genetisch andere Eltern besitzt. Mitunter empfängt die Leihmutter auch selbst ein Kind mit einer geeigneten Eizelle. Wie auch immer, die Leihmutterschaft ist für kinderlose Paare eine Möglichkeit doch noch ein Kind zu bekommen – eine Möglichkeit, die in Deutschland verboten ist.

In anderen europäischen Ländern, in den USA und in Indien ist diese Praxis legal und ein außerordentlich lukrative Geschäft, wie folgende Zahlen belegen:

  • 336 Millionen Euro Jahresumsatz 2009 in Indien für die Leihmutterschaft, deren Vermittlung und medizinische Betreuung
  • Leihmütter-Vermittlungsagenturen stehen den biologischen Eltern und den Leihmüttern vom ersten Gespräch bis zur Ausreise des Kindes zur Seite. In den USA zahlt man für diese Dienste bis zu 60.000 US-Dollar
  • Leihmutter, Notar- , Anwalts- und Flugkosten machen noch einmal zwischen 20.000 und 40.000 US-Dollar aus
  • wird zusätzlich noch eine Eizellen- oder Samenspende benötigt, sind bis zu 20.000 Dollar notwendig

Bei solchen Kosten wundert es kaum, dass immer mehr Auftraggeber „ihr“ Baby nach Wunsch haben wollen und bei „anderer Lieferung“ vor Gericht ziehen. So muss in Kalifornien gerade entschieden werden, ob eine Frau, die einen Vertrag als Leihmutter eingegangen ist, auch die Hoheit über ihren eigenen Körper abgegeben hat.

Der Fall:

Ein Postangestellte und seine Frau wählten Melissa Cook als Leihmutter. Doch entgegen der Planung, Erwartung, Bestellung, erwartet die Leihmutter drei kleine Jungen. Eindeutig zu viel, meinte der leibliche Vater und verlangte die Abtreibung eines Kindes. Die Schwangere weigerte sich. Nun ist völlig offen, an wen die Drillinge gehen, denn bis dato gibt es keine einheitliche Rechtssprechung.

Wenn also Leihmutterschaft eine erlaubte und mögliche Praxis ist, muss unbedingt geklärt werden, wer die Verantwortung für das neue, kleine Leben trägt. Nicht jede Schwangerschaft ist komplikationslos. Es kann zu Klinikaufenthalten oder gar zur Fehlgeburt kommen. Auch besteht immer noch die Möglichkeit, dass das Kind behindert ist oder bei der Geburt stirbt. Gesunde, perfekte Babys aus dem Katalog gibt es nicht. Was ist dann? Darf man „unperfekte“ Babys oder zu viel gar ablehnen? Unabhängig vom Geld und den Gerichten scheint die menschliche Antwort klar: Ein Baby zu bekommen ist immer ein Wagnis, ein Abenteuer. Alle Eltern gehen dieses Wagnis ein und müssen mit allem rechnen – gleiches sollte für werdende Eltern, die eine Leihmutter beauftragen, gelten. Perfektion ist eine Illusion. Und Babys sind Natur.


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