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Konflikte in der Entwicklungsphase

Konflikte in der Entwicklungsphase

Wenn die Pubertät schon in der Vorschule beginnt, schadet das dem Körper. Eine Hormonstörung, die bei Mädchen einen Brustansatz schon mit fünf Jahren auslöst, kann lebensbedrohlich sein. Doch die Turboentwicklung lasse sich aufhalten…

„Pubertas praecox“ kann behandelt werden

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Claus Jourdan untersucht jährlich etwa hundert Kinder mit Verdacht auf die Hormonstörung. Eine Behandlung benötigen glücklicherweise aber nur eine Handvoll, sagt der Oberarzt. Wenn Mädchen bereits vor dem achten Lebensjahr Pubertätsanzeichen entwickeln und Jungen vor dem neunten Lebensjahr, dann handelt es sich um ein „Pubertas praecox“.

Die Ursache für „Pubertas praecox“ ist meist genetisch bedingt. Der Auslöser für die Erkrankung kann im Gehirn liegen, denn immer dann, wenn gut- oder bösartige Tumore auf das Areal des Hypothalamus drücken, kann es zur veränderten oder beschleunigten Ausschüttung von Hormonen kommen.

Für eine Diagnose der Erkrankung wird die Wachstumskurve der Kinder aufgestellt und statisch eingeordnet. Außerdem werden Blutuntersuchungen durchgeführt und die linke Hand geröntgt, um das Knochenalter zu beurteilen. Wenn es im Vergleich zum Lebensalter um mehrere Jahre voraus ist, liegt die Erkrankung vor. Schwere Fälle werden mit Hormonen behandelt, um die Turboentwicklung zu stoppen. Wird das Ganze nicht verlangsamt, kann es zu massiven psychischen und physischen Schäden kommen.

Eine im November 2014 an der US-Universität Illinois durchgeführte Studie mit 160 Teilnehmern bestätigt das Ganze, in der es heißt: „Kinder, die eher als ihre Altersgenossen in die Pubertät kommen, haben ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken.“

Wissenswerte Fakten

Das Robert Koch-Institut untersucht seit Mitte der Achtzigerjahre deutschlandweit gut 18.000 Jugendliche. In den vergangenen 140 Jahren hat sich weltweit das Eintrittsalter in die Pubertät um etwa vier Jahre nach vorne verschoben. Die Gründe sind unklar, eine verbesserte Versorgung mit Lebensmitteln könnte aber eine der Ursachen sein. Das Durchschnittsalter der ersten Regelblutung liegt heute laut der Kinder- und Jugendgesundheitsuntersuchung (KiGGS) bei 12,8 Jahren. Die Zahl der Mädchen, die sogar schon mit elf Jahren ihre erste Periode bekommen, nimmt zu. Bei den jüngst geborenen Mädchen solle es außerdem zu einem früheren Brustwachstum kommen, heißt es in einem Fachmagazin mit dem Namen „Pediatrics“. Veränderungen bei den Hormonen oder im BMI könnten dieses Phänomen nicht vollständig erklären. Man müsse weitere Faktoren identifizieren, die daran beteiligt sein könnten.

Hier der Link zu den KiGGS-Langzeitstudien:

www.kiggs-studie.de/


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