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Kita-Kinder sind kommunikativer, durchsetzungsfähiger und gewissenhafter

… so zumindest das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, welches damit die große Frage bei Eltern, ob die Kita fördernd ist oder ob Kinder lieber im engen Beziehungsgeflecht zu Hause bleiben sollten, wissenschaftlich beantwortet. Kinder, die ein Jahr früher in die Kita kamen als andere, sind demnach später kommunikativer, durchsetzungsfähiger und gewissenhafter als die, die erst mit vier Jahren in den Kindergarten gehen.

„Ein zusätzliches Kita-Jahr wirkt sich deutlich auf Persönlichkeitseigenschaften aus, die auch für den späteren Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg entscheidend sind“, erklärt die Studienautorin Frauke Peter (ausgewertet wurden übrigens Daten des Nationalen Bildungspanels von rund 4500 Neuntklässlern, die ab 1997 oder 1998 eine Kita besuchten).

Und auch die Bildungsökonomin Josefine Koebe schließt sich dieser Meinung an:

„Auch für das heute noch jüngere Kita-Eintrittsalter ist zu erwarten, dass ein Unterschied beim Kita-Eintritt um ein Jahr die Persönlichkeitseigenschaften längerfristig beeinflusst.

Aber: in der Studie wird von Kindern gesprochen, die mit 3 Jahren in die Einrichtung gehen. Deshalb hatte also auch der Gedanke, die Kleinen nicht zu zeitig abzugeben, seinen Raum und wird immer wieder formuliert, so wie von Svenja:

„Kinder zu kriegen ist keine Phase, sondern eine Entscheidung für ein anderes Leben. Das sagt euch keiner, weil es nicht passt in das Bild einer Zeit, in der Frauen studieren und unsere Familienministerin blutjung ist und ihr Kind neben dem Schreibtisch steht. Sieht ja alles so einfach aus. Ist es aber nicht – und das kann ich euch sagen, auch wenn ich keine Ahnung von Politik habe. Mein Kind stand nämlich auch neben dem Schreibtisch. Aber da muss ich kurz ausholen.

Ich war beruflich immer selbständig. Als ich meinen Mann kennen lernte, war er das Gott sei Dank auch. Als ich schwanger wurde, zog er von Köln zu mir nach Paderborn. Und als wir dann umzogen nach München, weil er nur noch unterwegs war und unser zweites Kind sich ankündigte, da habe ich gesagt: „Nicht ohne meine Mutter!“ „Wieso denn das nicht?“ hat mein Mann gefragt. Heute weiß er es.

Jetzt könnt ihr denken „Ahhh, siehst Du, die hatte ihre Mutter dabei! Kein Wunder, dass die über Kitas lästert.“ Erstmal möchte ich euch sagen: eine Mutter mit Mitte 60 in eine andere Stadt zu verpflanzen, ist für alle ein Kompromiss. Die ersten 3 Jahre hat meine Mutter sogar bei uns gewohnt. Auch nicht einfach, wenn man frisch verheiratet ist und kleine Kinder hat. Aber meine Mutter ist toll und ich bin froh, dass sie immer da war und ist.

Denn das versetzte mich in die glückliche Lage, mein zweites Kind morgens nach dem Stillen mit ins Büro zu nehmen (100 m Luftlinie von Zuhause) und es schlafend im Maxi Cosi neben den Schreibtisch zu stellen, bis es für die zweite Mahlzeit aufwacht – und dann wurde wieder gestillt. Danach kam meine Mutter, ist mit meinen beiden Kindern spazierengefahren und wenn mein Sohn wieder Hunger bekam, ging ich mittags nach Hause.

Ja, das ging alles nur, weil ich eine Mutter dabei hatte. Eine, die ihr Leben dafür geben würde, dass es ihren Enkeln gut geht. Die bei jedem Jammern das Kind hochnimmt und es rumträgt wenn es ein Bäuerchen machen muss. Hätte ich meine Mutter nicht gehabt, hätte ich nicht die 2 bis 3 Stunden jeden Tag arbeiten können und das war damals für unseren Betrieb wirklich wichtig. Hätte ich meine Mutter nicht gehabt, hätte ich mein Kind aber nie in eine Kita gegeben – dann wäre ich Zuhause geblieben und hätte die Arbeit in die Abendstunden jongliert – und wir alle wissen, wie anstrengend das dann ist.

Warum ich mein Kind nicht so früh in eine Kita gegeben hätte? Weil ich finde, dass ein Kind in den ersten Jahren in die Familie gehört. Mama, Papa, Oma, Opa – zu Menschen, die es bedingungslos lieben und nicht wie Einen unter Vielen behandeln. Einer unter Vielen – das wird man noch früh genug. Und das funktioniert meiner Meinung nach nur dann, wenn man in den ersten Jahren das Selbstverständnis, das Selbstbewusstsein, die Liebe und die Geborgenheit bekommen hat, die man braucht um DER eine unter Vielen zu werden. Es gibt natürlich auch ganz ganz tolle Kindermädchen oder Tagesmütter. Solche die wirklich wollen und können, mit wenig Kindern und viel Liebe und Aufmerksamkeit. (Ach Janka, wie wir Dich immer noch vermissen!) Der Betreuungsschlüssel von Kitas schnürt mir allerdings eher die Luft ab. Der Gedanke, dass Kinder, die noch nicht mal sprechen können, dahin gegeben werden, ohne dass sie sagen können, ob sie sich dort wohl fühlen, auch.

Ich habe keine große Ahnung von Politik, aber ich habe Ahnung von Menschen. Und wenn ich sehe, wie sich viele Kinder verhalten, die ihr Dasein von früh an in der Kita fristen mussten, dann weiß ich, dass das keine Perspektive für unsere Gesellschaft ist. Wenn das ein politisches Statement ist, ist mir das gerade Recht.

Und natürlich dürft ihr jetzt gerne sagen: Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. Das glaube ich euch sogar. Sicher gibt es sie, die Ausnahmekitas. Aber sie sind eben, was sie sind: die Ausnahme. Was ich aber nicht mehr hören kann? „Mein Kita ist toll, denn da wird den Kindern so viel geboten – das könnte ich ja gar nicht.“ Wieso denn nicht? Trifft man sich heute nicht mehr mit anderen Müttern, die gleichaltrige Kinder haben? Glaubt ihr im Ernst, dass die Erzieherinnen euer Kind so lieben, wie ihr? Liebt IHR denn andere Kinder wie euer eigenes?“


Zuerst veröffentlicht auf: meinesvenja


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