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Kinderküche

KINDERKÜCHE oder „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger, haben Hunger, Hunger, Hunger, haben Durst……“

Lecker soll es sein, gesund, ausgewogen, frisch, mit viel Grün, möglichst schnell gehen und den Kids auch noch schmecken. Gar nicht so einfach und manch langes Gesicht am Essenstisch ist das Ergebnis der väter- und mütterlichen Küchenbemühungen. Wir haben uns deshalb umgeschaut. Was kann man machen? Was hat gute Chancen, auch von den kleinen Restaurantkritikern gegessen zu werden, und was gibt es für Alternativen, wenn es nicht nur Nudeln geben soll, die allein oder mit Ketchup offensichtlich immer wieder für große Begeisterung sorgen können.

Wir wünschen Bon Appetit, viel Spaß beim Zubereiten und nach der Nahrungsaufnahme zufriedene und satte Kinder!

Das Nudel- Gen

Ein Beitrag von Sabine Henriette Schwarz

Offensichtlich haben Kinder es: das unbekannte, unentdeckte Nudel-Gen. Ich bin mir sicher. Es wird direkt nach dem Sillen und dem ersten Brei aktiviert und ermüdet dann irgendwann wieder. Bis zu diesem Zeitpunkt aber ist und bleibt es eng befreundet mit der Schokolade. Nicht, dass ich Pasta und Schokolade nicht mag. Ich mag beides sogar sehr. Aber manchmal ermüdet die immer gleiche Antwort des Kindes doch ein wenig. Gestern hatten wir folgendes Gespräch:

Mama:  „Was gab es denn heute in der Kita?“
Kind:  „Nudeln“
Mama: „Mit Soße?“
Kind: „Ja, aber die ganz komisch. Ich nur Nudeln gegessen.“

Ok, denkt Mama, gefühlt ist das die dritte Nudelportion der Woche. Kennt die Kita-Essenslieferung auch andere Gerichte?

Mama wieder: „Und hast Du einen Wunsch? Was wollen wir denn heute Abend essen?“
Kind: „Nudeln!“
Mama: „ Aber Du hast doch schon heute Mittag Nudeln gegessen. Wir machen was anderes leckeres. Vielleicht Reis? Was möchtest Du zum Reis?“
Kind: „Mama, wir machen Reis mit Nudeln!“

Juchhu, ich gebe es auf und frage nicht weiter. Es wird Reis werden und wenn es einmal auf dem Tisch steht, lecker aussieht und duftet, sind die Nudelgelüste zum Glück für kurze Zeit vergessen. Aber in der Tat ist die Sache mit dem Essen manchmal schwieriger als gedacht. Vor kurzem las ich bei der der Deutsche Gesellschaft für Ernährung sogar von der „Nudelfalle“. Find ich jetzt ein wenig übertrieben, aber nichts gibt es eben in so wunderbaren Formen. Und schon sind die Teile fast was zum Spielen: Buchstabennudeln, Sternchen, Muscheln, Tiere, zu Weihnachten Bäume und Elche (hab ich zwar nicht erkennen können, aber das Kind hats gesehen), Spagetti zum Wickeln (wobei das Wickeln um die Gabel schon den halben Spaß ausmacht, diese Schleifchen. Und wenn es an Formen nichts mehr gibt, dann wird’s eben bunt oder grün in der Tüte. Was kann da schon mithalten? Ja klar, Schoki oder Gummibärchen, aber da würde das Elend ja nur in anderer Richtung weitergehen.

Gut, dass es seit der letzten musikalischen Errungenschaft eine perfekte Alternative gibt. Mein Dank gilt Herrn Lakomy.  Die Lieder vom  Traumzauberbaum begleiten mich morgens und nachmittags auf dem Weg das Kind bringend oder abholend. Oft höre ich aber die Baumgeister auch noch weiter in der Badewanne, beim Wäsche aufhängen oder wenn ich das Licht im Schlafzimmer lösche, denn sie sind sehr, sehr eingängig und kleben im mütterlichen Gehörgang fest. Aber… und das ist nicht zu unterschätzen, das Kind liebt Klopsemopse. Na also. „Schatz, was soll es denn zu Deinem Geburtstag zu Essen geben?“ Kind: „Aspetti mit Klopsemopse!“

Aha, guten Appetit und hier noch der Liedertext für eine kleine Aufmunterung am Essenstisch. Ihre Sabine Henriette Schwarz

Klopsemopse

Ein kleiner dicker Mops,
saß still auf einem Klops.
Die andern Mopse, wie beklopst,
war’n schon durch’s ganze Haus gehopst.
Sie suchten diesen Klops.
Auf dem da saß der Mops.

Wer mopste diesen Klops?
Das fragte jeder Mops.
Und auf dem schönen Mopseklops
saß still und dick der Klopsemops
doch fraß er nicht den Klops.
Er konnte nicht der Mops.

Denn steht er auf von seinem Klops,
so setzt sich drauf ein and’rer Mops.

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Rezeptvorschläge

Jetzt aber mal ernsthaft…..

Kunterbunte Frühstücksspießchen
Sesamstangen
Kohlrabi-Möhren-Gemüse mit Kartoffeln und Klöpschen
Pellkartoffeln mit Ampel-Dips
Eierpilze im Spinatbett
Kunterbunte Kartoffelsuppe
Schlaraffenland-Suppe
Fruchtige Sterne
Fruchtig-frischer-Obstsalat
Mango-Bananen-Trunk

Alle Rezepte als PDF zum ausdrucken

Und wie sieht es generell mit der gesunden Ernährung aus? Gibt es denn Unterschiede bei Mädchen und Jungen? Die Statistik verräts….

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Gespräch mit Nadine Passage, Ernährungsberaterin und Köchin

„Man sollte sich Zeit für das Essen nehmen“

Essen ist ein weites Feld und in jedem Alter interessant. Aber gerade mit Baby und Kindern macht man sich besonders Gedanken.

So kommt es vor, dass Eltern gestresst und besorgt sind, wenn ihr Kind noch nicht so weit in seinen Ernährungsgewohnheiten ist. Da kommt schon mal Panik auf. Bei einem Babybreikochkurs wird den Eltern die Sorge genommen und bewusst gemacht, auf das persönliche Gefühl zu achten. Jedes Kind ist nun mal anders. Das eine wird ab dem vierten Monat nur ausreichend satt mit Brei, das andere benötigt ihn erst im 6. Monat und findet so den Übergang zum nächsten Schritt eben später. Völlig normal!

Aber auch im Kindergarten- und Schulalter ist es wichtig, sich weiter mit den Essgewohnheiten und den Mahlzeiten zu beschäftigen. Ein prinzipielles Interesse ist eindeutig gegeben, so Frau Passage, die auch Kinderkochkurse in Schulen anbietet. So mussten die Kids noch nie gesondert motiviert werden, vielmehr verteilt sie entsprechende Aufgaben, so dass alle beschäftigt sind mit:

schnippeln, rühren, rollern und dem Tisch decken. Aber natürlich gibt es die sogenannten Lieblingsessen, denn oft werden Gerichte wie Nudeln, Burger und Pizza nachgefragt. Aber das sollte keine Sorgen bereiten, denn was  in den beliebten kleinen Sattmachern steckt, wird gleich mit erzählt. Und spannend ist es allemal, wenn man beispielsweise den Nudelteig selbst machen und kurbeln darf. Dass für Burger und Pizzateig gesundes Vollkornmehl genommen und mit fettärmerem Hähnchenfleisch gearbeitet wird, mindert in keinem Fall den Appetit der kleinen Gäste. Wichtig dabei, ausgewogene Mahlzeiten und das ist keine Frage des Geldes. Klar ist es aufwendiger, aber wenn alle Familienmitglieder circa eine halbe Stunde zusammen für ein Abendbrot vorbereiten – das müsste doch machbar sein?

Das anschließende gemeinsame Essen sollte einmal am Tag ganz gemütlich und entspannt integriert werden. Wichtig ist, nicht über bestehende Konflikte und Belastungen zu sprechen. Das “angestrengte“ Gesundessen sei nicht das ausschlaggebende. Den Heranwachsenden muss nichts verboten werden, aber eben gelernt werden, Schoki und ähnliches in Maßen zu genießen.

„Sich Zeit nehmen“, das ist das A und O in einer Gesellschaft voller Action und Unterhaltung von morgens bis abends.  Genau das ist aus der Sicht der Expertin bei der Ernährung der Kinder heutzutage problematisch. Essen aus Langeweile ist die Folge. Die Ruhepausen sind es und die richtige Selbstwahrnehmung, die für die Kinder sehr sehr wichtig sind.

Zur Person und Info:

2009 machte sich Nadine Passage als Ernährungsberaterin selbstständig. Nach dem sie ihre Ausbildung zur Köchin abgeschlossen hat, sammelte sie 10 Jahre Berufserfahrungen bis sie dann das Studium der Ernährungswissenschaften begonnen hatte. Ihre Angebote reichen heute von Beratungen zur Ernährung in der Schwangerschaft, zur Kinderernährung im 1. Lebensjahr (in kleinen Gruppen von 4 bis 10) bis zu Kinderkochkursen für die Jüngsten.

Aber auch größere Kinder und Jugendliche finden den Weg zur Ernährungsberatung, die für die ganze Familie ausgelegt ist. Das ist besonders wichtig, denn nur wenn alle mitziehen, kann längerfristig etwas in den Ernährungsgewohnheiten geändert werden. Dabei sind die Familien sehr unterschiedlich. Oft kommen auch ganz schlanke Eltern mit ihrem Kind, die dann in einem Erstgespräch kennengelernt werden. Es ist wichtig, dass eine umfassende Betrachtung stattfindet, denn zu den Tipps, dem Aufräumen von Ernährungsirrtümern gibt es eine individuelle Beratung, in der für jedes Kind und seine Familie die passende Lösung gefunden werden soll.

Neben den Kinderkochkursen in Schulen bietet Frau Passage für die Kleinen auch das Kochen zum Kindergeburtstag im Karstadt Leipzig an.

http://nadinepassage.de

Jetzt heißt es, mutig sein, ausprobieren, mit der größtmöglichen Selbstverständlichkeit servieren und natürlich selbst alles mit Genuss mitessen, dann kann es rundum schön sein, satt machen und auch noch gesund! Die andere Alternative wäre natürlich ein Schlaraffenland voll mit Smarties und Mohrenköpfen, aber das ist ja auf die Dauer keine Lösung, oder?

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