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Kinderbetreuung und Platzsuche

Wenn man sich so umsieht und umhört, wird man schon in der Schwangerschaft verunsichert. Und spätestens, wenn Sie die Geburtsurkunde für den kleinen Menschen bekommen, wird Ihnen ein Zettel mitgegeben, wo steht, dass Sie Ihr Kind rechtzeitig bei einer Betreuung anmelden sollten. Tatsächlich, es ist schwer einen Platz im Kindergarten zu bekommen. Neuerdings ist es sogar schwer einen Platz bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater zu bekommen.
Vor 2,5 Jahren haben wir unseren zweiten Sohn bekommen. Fast gleich nach der Geburt begann ich, einen entsprechenden Platz für ihn zu suchen. Wir haben uns für die Tagesmutter entschieden. Es gibt zwar überall Vor- und Nachteile, aber vor acht Jahren haben wir gute Erfahrungen mit dieser Variante gemacht und wollten wieder etwas Ähnliches finden. Unsere Argumente dafür waren: kleine Gruppe und familiäre Atmosphäre.

Als der Kleine dann zwei Monate alt war, beobachtete ich im Park und auf den Spielplätzen die Tagesmütter und -väter, um eine passende Person zu finden. Das war eine gute Idee und  bald hatte ich auf diesem Weg eine tolle Tagesmutter gefunden, die ganz in der Nähe wohnte. Wir hatten ausgemacht, dass ich sie im Frühjahr anrufe und wir dann konkret reden (damals war es Oktober 2012). Im Februar 2013 haben wir wie vereinbart telefoniert. Es war ein sehr nettes Gespräch und ich erhielt eine 95%ige Zusage. Danach war ich so entspannt, dass ich mir keine Sorge mehr machte. Und das war ein Fehler! Denn alle Tagesmütter und -väter sind extrem überlastet und haben sehr viele Interessenten. Deshalb war der Schock natürlich groß als ich die Frau im April, also zwei Monate später, auf der Straße traf und auf meine Frage, ob wir uns vielleicht mal treffen wollen, um uns besser kennen zu lernen, die Antwort bekam: sie habe keine Plätze und dass ich mich früher hätte melden müssen. Ja, es war nicht schön. Aber ich habe es verkraftet und bin gar nicht böse, es war letztendlich meine Schuld.

Anschließend habe ich an die Tagesmutter gedacht, bei der damals unser erster Sohn war. Die ist wirklich eine großartige Erzieherin, wohnt und arbeitet allerdings weit weg von uns. Das hätten wir in Kauf genommen, aber auch diese Dame wusste nicht genau, ob sie wirklich einen Platz frei haben würde.  Auf unsere parallelen Anfragen bei Kindergärten haben wir immer eine klare Absage bekommen … ( Kinderbetreuung und Platzsuche )

Und dann? Dann bin ich im November 2012 noch einmal schwanger geworden und das Problem mit dem Betreuungsplatz haben wir nach hinten geschoben. Schließlich hatten wir jetzt mehr Zeit, um etwas Schönes zu finden. Also habe ich mich erst wieder im Februar 2014 auf die Suche gemacht.

Höchstwahrscheinlich kenne ich jetzt alle Tagesmütter und -väter in der Umgebung, aber geholfen hat es nichts, denn sie waren ausgebucht. Dann habe ich angefangen, doch die Kitas zu kontaktieren, weil das Kind inzwischen „zu groß“ für die Tagespflege war (sie betreuen in der Regel Kinder nur bis zu 3 Jahren). An den Buchkindergarten habe ich einen langen Brief geschrieben, wo ich erklärt habe, wieso wir den Platz brauchen und warum dort. Dafür habe ich eine schöne Karte von der Leiterin bekommen, in der auch nur stand, dass sie leider keine Plätze frei haben. Absage. Dann habe ich mit der Leiterin des Waldkindergartens gesprochen und eine E-Mail an sie gesendet. Keine Antwort, was ich als Absage interpretiert habe. Anschließend versuchte ich mein Glück über das Kita-Portal der Stadt. Vergeblich! Es gab NIE Plätze. Weiter ging die Suche und ich meldete mich bei anderen Tagesmüttern, die weiter weg arbeiteten. Es war schon mittlerweile Mai, der Bauch wuchs und ich konnte mich überhaupt nicht auf mich und meinen Zustand konzentrieren. Es war frustrierend. Sogar Tagesmütter, die ich in unserer Umgebung kannte, versuchten zu helfen und mit zu suchen. Aber die Suche gestaltete sich schwierig, denn mein Sohn war circa zwei Jahre alt und die Tagespflege will in diesem Alter kein Kind mehr nehmen und die Arbeit der Eingewöhnung übernehmen, um es dann bereits nach einem Jahr abzugeben. Ja, sie sind wählerisch geworden, die Tageseltern! Es ist aber auch verständlich. Und wie gesagt, bei den Kitas gab es keine Chance. Ich war absolut am Boden. Wenn ich an die Geburt und die Zeit danach dachte, wurde mir schwindlig. Das Baby UND das Kleinkind gleichzeitig zu betreuen und zu erziehen ist schon eine Herausforderung. Vor allem, wenn man keine richtige Hilfe hat, zum Beispiel mit Großeltern, die in der Nähe wohnen. Traurig. Mit jeder Absage wurde es schlimmer und schlimmer und zum Schluss habe ich schon an mir und dem Kind gezweifelt. Vielleicht ist etwas mit mir oder meinem Sohn falsch, weil uns keiner nehmen will?

Zwischendurch versuchte ich es noch über Betreut.de und über eine Elterninitiative leikila e.V. – auch ohne Erfolg.

Dann habe ich die Situation meiner Neurologin erklärt, als ich bei ihr zur Kontrolle war (ich habe Epilepsie). Sie hat mir gleich ein Attest geschrieben, wo schwarz auf weiß stand, dass ich dringend eine Betreuungsmöglichkeit fürs Kind brauche, vor allem jetzt, in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Damit ging ich zum Kindergarten in der Demmeringstraße. Das Gespräch mit der Leiterin war sehr nett und sie hat uns in die Warteliste eingetragen, allerdings erst ab 2015 und noch nicht 100%ig sicher. Zumindest etwas!

Aber ich brauchte den Platz jetzt! Dann habe ich während eines Spazierganges eine mir noch unbekannte Tagesmutter angesprochen und sie meinte, dass sie ab Mitte Juni eventuell einen Platz hätte und dass ich sie anrufen sollte. Welche Überraschung! Ein paar Tage später haben wir uns getroffen. Ich habe das Attest vorgelegt und den Platz bekommen. Ohne dieses Papier hätte es allerdings nicht geklappt. Eigentlich mag ich keine Schwäche zeigen oder die Epilepsie thematisieren, aber in diesem Fall war es offensichtlich die einzige Chance und ich bin im Nachhinein froh, es angesprochen zu haben.

Dann ging die Eingewöhnung los, was nicht reibungslos verlief und sich über Monate streckte. Doch jetzt geht der Kleine problemlos zur Tagesmutter und wir sind mehr oder weniger zufrieden. In den nächsten Wochen geht es aber schon weiter und ich werde wieder bei den Kindergärten vorsprechen, denn mit drei Jahren braucht er einen neuen Platz. Also immer bei der Sache bleiben und sich kontinuierlich melden …

Nützliche Links:

http://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/kinderbetreuung/kindertagesstaetten/

https://www.meinkitaplatz-leipzig.de/Bedarfsanmeldung_Kitaplatz.pdf

http://leipziger-kita-initiative.com/2015/02/06/stadt-bestatigt-4500-statt-2000-platze-fehlen-keine-entspannung-2015/

http://selbmann-bergert.de/kompetenz/kindergartenrecht-kita-recht/?gclid=CJaE-9-wm8QCFakSwwodqnkAZA

http://www.kitaplatztausch.gesamtelternrat-leipzig.de/

http://leikila.de/index.php?lang=de

Liebe Grüße 


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