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Kämpferische deutsche Kinder – das deutsche Erziehungsrezept als Verkaufsschlager?

Überall auf der Welt versucht man seine Kinder bestmöglich zu erziehen und groß zu ziehen. Dass die Unsicherheit und die immer neuen Herausforderungen mit dem menschlichen Nachwuchs manchmal zum Haare raufen ist… keine Frage. Deshalb werden in regelmäßigen Abständen landestypische Herangehensweisen propagiert. War es noch vor einigen Jahren die Juristen Amy Chua, die weltweite Aufmerksamkeit mit dem Konzept der „Tiger-Mutter“ bekam (d. h. täglich Drill und kontinuierliche Förderung, was Harvard zum Ziel hatte), so ist es jetzt Deutschland.

Sara Zaske plädiert in ihrem Buch für den Deutschen Erziehungsstil, der nach der Amerikanerin vor allem so zusammen zu fassen ist > „Lasst die Kinder kämpfen!

Die Autorin war für sieben Jahre in Berlin und schockiert.“Keine Lesestunden, keine Mathearbeitsblätter. Da herrschte reine Gesetzlosigkeit. Kinder liefen herum und schrien und spielten, was sie wollten und mit wem sie wollten.“ Kinder-Anarchie oder offene Konzepte, die noch offener nicht sein konnten.

Sie hatte befürchtet, die deutschen Eltern wären überkorrekt, pedantisch, aber das genaue Gegenteil war der Fall. „Kinder sind wirklich wunderbar, wenn sie die Dinge selbst in die Hand nehmen„, versicherte man ihr. D.h. anstatt die Dinge zu lenken und eine Richtung vorzugeben, stand nach der Erfahrung von Sara Zaske vor allem die Beobachtung. Nur manchmal wurde ein Kind beiseite genommen, um mit ihm über angemessenes Verhalten, Fairness und Freundlichkeit zu sprechen. Diese Form von Chaos-Pädagogik, fand Zaske gut. Kinder müssen lernen, eigenständig mit Herausforderungen umzugehen, sie sollen eigenständig miteinander interagieren – auch wenn dies zu lauten Auseinandersetzungen und Kämpfen führt.

Zaske: „Die Kämpfe dauerten länger, als mir lieb war, aber meine Tochter lernte mit diesen Auseinandersetzungen wichtige Lektionen. Als sie in die Grundschule kam, war sie als Friedensstifterin bekannt. Bis heute hat sie nur selten ein Problem mit einem ‚gemeinen Mädchen‘, sei es als Opfer oder als eine von den Bösen.

Nun plädiert Zaske für die moderne deutsche Pädagogik. Sie glaubt: „Deutsche Eltern trauen ihren Kindern Dinge zu und behandeln sie auf Augenhöhe. Wir erziehen nur dann freie und verantwortungsbewusste Kinder, indem wir ihnen Freiheit und Verantwortung geben„.

 


Achtung Baby: How to Parent Like a German

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