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Jugend in die Politik? Von Verniedlichung, Herabwürdigung und fehlender Ernsthaftigkeit

Es ist doch gerade schon schwer genug im politischen Zirkus und die altehrwürdigen Silberrücken haben sich bis dato nicht mit Ruhm bekleckert… sie sondieren, diskutieren, drehen sich ein wenig nach dem Wind oder haben ganz und gar Abstand von einer Regierungsbildung genommen. Da wäre es doch Zeit für den Nachwuchs, der sowieso nur spärlich vorhanden ist. Jugend an die Macht statt Politikverdrossenheit und fehlendem Vertrauen.

Der Soziologe Hurrelmann wertet regelmäßig die Shell-Jugendstudien aus, die seit 1953 untersucht, unter welchen politischen und sozialen Bedingungen Jugendliche aufwachsen. Die Generation Z, „junge Menschen, die zwischen 2000 und 2015 groß geworden sind“, sei geprägt durch politische, ökologische, aber vor allem ökonomische Krisen, sagt Hurrelmann. Auch eine hohe Arbeitslosigkeit fällt in die Zeit ihres Heranwachsens „Sorgen um die eigene Existenz, die Ausbildung und seinen Platz in der Gesellschaft machen unpolitisch“, erklärt er und meint weiter, die Verantwortung für das fehlende Verständnis von politischen Ritualen liegt auch bei den Parteien: „Die junge Generation ist nicht anti-demokratisch, aber ihnen gefällt die heutige demokratische Realität nicht.“ Es sei jetzt die Aufgabe der Parteien, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie einzubinden.

Aha – und wie sieht das aktuell aus, wenn die Jugend mitdiskutieren will? Wenn junge Menschen eine politische Meinung haben? Wenn man unangenehme Fragen stellt und sich mit lapidaren Antwortblasen nicht abspeisen lässt? Wir schauen uns deshalb einmal Kühnert und Klose an – sozusagen den politischen Nachwuchs und wie man mit ihnen umgeht. Da kann man sich Maybrit ansehen oder die Kommentarfunktion, wenn man als Klein und als „aufgeregtes Mädchen“ bezeichnet wird.

Für den Medienjournalist Christoph Sterz ist der Umgang mit politischer Jugend herabwürdigend und ignorant „Es ist schon so, dass nicht mal verstanden wird, dass es da eine Herabwürdigung gibt.“

Dabei sollte man doch über das Interesse, über die Auseinandersetzung mit der politischen Zukunft froh sein. Denn wenn alle anderen ihren Ruhestand im Garten genießen, sind die Jungen dran und haben hoffentlich eine Idee von der Welt in der sie leben wollen. Deshalb gilt nach wie vor: Jugend an die Macht. Die älteren politischen Herrschaften sollten realistisch betrachten, was sie geschaffen haben und welche Chancen mit jüngeren Themen verbunden sind. Voraussetzung: man gibt ihnen eine Chance.


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