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Jedes Kind folgt seinem eigenen Entwicklungsplan

Jedes Kind folgt seinem eigenen Entwicklungsplan

In seinem wunderbaren, fachlich fundierten Ratgeber schreibt Michael Hauch vor allem für diejenigen Eltern, die immer alles perfekt machen wollen. Das müssen sie aber gar nicht, so Hauch. Er mahnt: „Hört auf Kinder zu normieren“, denn das Einzigartigste ist doch, dass jedes Kind anders ist. Mit interessantem medizinischen, psychologischen, aber auch bildungs- und gesundheitspolitischem Wissen möchte Hauch seinen Leserinnen und Lesern praktisches Know-how an die Hand geben.

Die sichere Bindung zu Erwachsenen

Für Kinder ist sie am Wichtigsten: die sichere Bindung zu Erwachsenen. Besonders im Grundschulalter ist sie bedeutsam, denn die Eltern setzen sich mit den starken sowie schwachen Seiten der Kids auseinander, so dass das Kind an ihrem Beispiel den Umgang mit allen Aspekten des Lebens lernt.

Sprösslinge als „late talker“

Eltern, die ihre Kids zum Ohrenspezialisten bringen, weil sie nicht sprechen, sind keine Seltenheit. Dieser bestätigt dann allzu oft, dass organisch bei dem Kind alles in Ordnung sei, verschreibt aber 60 Stunden Logopädie obwohl das nicht sein Metier ist. Leider spricht das Kind anschließend mit keinem Erwachsenen mehr, nicht mal mit seinen Eltern. Das war nun wirklich ganz und gar nicht das Ziel des Ganzen. Hauch schildert in seinem Buch mit Regina Hauch dutzende solcher Fallbespiele.

Hauch schwört auf Sprösslinge als „late talker“. Denn jedes Kind wird bald ebenso gut sprechen wie Altersgenossen.

Überalterte Raster

Kinder nach starren Rastern zu beurteilen und „über-perfektionistisch“ zu sein,  ist ein großer Fehler. Viele Eltern setzen sich genau hier unter Druck. Ist es doch die Vielfalt des Lebens, die in die Kindheit und die Erziehung finden muss? Überhöhte Ansprüche stehen völlig konträr. Ansichten zu Sprachkompetenz sind oft überaltert und tragen gesellschaftlichen Tatsachen, wie der Einwanderung in keinem Fall Rechnung. Therapien, zu denen aufgeregte Eltern drängen, sind häufig überflüssig und verwirren die Kids.

 Massive Probleme der Kinder, die von den Erwachsenen verursacht sind

Die meisten Kinder fühlen sich in ihrer Familie gut aufgehoben. Doch kämpft eine nicht unerhebliche Minderheit mit Problemen, die auf das Konto der Erwachsenen gehen. Zeitlicher und finanzieller Dauerstress der Eltern, Perfektionismus-Wahn, die Ansicht der Lebhaftigkeit und Impulsivität der Kids als Krankheit sowie das Nichterleben von beglückenden Tätigkeiten mit ihren Kindern, programmieren das Leid der Kinder vor. Übersichtlich schildert Hauch in seinem Buch „Kindheit ist keine Krankheit“, was ein Kind in welchem Lebensalter können sollte und was eben auch nicht unbedingt, denn jedes Kind folgt nun mal seinem eigenen Entwicklungsplan.

Buchtipp:

Hauch, Michael (2015): „Kindheit ist keine Krankheit – Wie wir unsere Kinder mit Tests und Therapien zu Patienten machen“. S.Fischer Verlag: Frankfurt/Main.


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