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Die Jagd nach einem freien KitaPlatz

Da bekannt ist, dass nicht genügend Krippenplätze da sind, dachten wir ganz schlau zu sein und meldeten unseren ungeborenen Sohn bereits im sechsten Schwangerschaftsmonat an. Die Reaktionen waren unterschiedlich negativ, hier mal ein kurzer Auszug:

„Wir vergeben unsere Plätze vorrangig an Eltern, die sich in einem Beschäftigungsverhältnis befinden“ (kurz dazu: mein Mann und ich waren zu diesem Zeitpunkt bereits beide selbstständig)

„Kommen sie bitte wieder, wenn Ihr Kind geboren ist!“

„Wir vergeben unsere Plätze erst mal an Geschwisterkinder.“

„Wir sind bis 2014 voll.“ (bitte? es war 2012)

Mit der Geburt unseres Sohnes wurde es nicht besser. Uns bleiben genau zwei Alternativen: Entweder 600 € Monatsbeitrag für einen Krippenplatz bezahlen oder uns auf die Bestechung einzelner Kitas einlassen, die gezielt beim Vorstellungsgespräch nach unseren finanziellen Mitteln fragten und wie wir die Kita unterstützen könnten. Auf Hilfe vom Jugendamt konnten wir in dieser Situation vergeblich warten. Natürlich können die auch keine Plätze hervorzaubern, aber was uns dort an Dreistigkeit entgegengebracht wurde, hat uns wirklich geschockt. Die Mitarbeiterin des Jugendamtes verlangte von meinem Mann als Selbstständigen einen Nachweis darüber, dass er unseren Sohn aufgrund der Auftragslage nicht betreuen kann. Das bedeutet im Einzelnen, dass wir keine andere Wahl gehabt hätten als unsere Bücher offen zu legen, nur um vielleicht einen Platz durch das Jugendamt vermittelt zu bekommen. Daher blieb uns nur die Suche nach einer geeigneten Tagesmutter. Ich dachte immer wer sich mit der Geschäftsidee Tagesmutter auseinandersetzt, müsste zumindest ansatzweise Kinder mögen. Vereinzelt traf ich jedoch auf gescheiterte Existenzen, die man nicht mehr auf den ersten Arbeitsmarkt loslassen konnte und die sich die Not der Eltern zum Zwecke machten. Während meiner Suche traf ich z.B. auf eine ehemalige DDR Erzieherin, die den Kindern in meinem Beisein auf den Po schlug und auf einen Frührentner, der Kinder den gesamten Tag in einer Hängeschaukel liegen ließ und mir auf Nachfrage antwortete „die wollen sich nicht bewegen“. Aha ok? Mittlerweile haben wir eine ganz tolle Tagesmutter gefunden, für die wir gern in Kauf nehmen jeden Morgen und Nachmittag von Plagwitz bis in die Südvorstadt zu fahren.

Zum Glück ist die Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes ein Wunder, ein Verschleierungswunder, das mich beim Anblick meines Sonnenscheins dies alles vergessen lässt.

Ich bin Anne und lebe mit meinem zweijährigen Sohn Theo und dem besten Mann in Leipzig.

Die Jagd nach einem freien KitaPlatz


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