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Familie und Leben

Helikopter-Eltern

Da wir am Ende des vorherigen Beitrags gerade davon sprachen, sich selbst weniger Druck zu machen, haben wir heute ein dazu passendes Thema für euch:

Kinder bekommen birgt viele Herausforderungen. Sei es durch das Umfeld oder eigens auferlegte, die man unbedingt erfüllen will. Das Kind soll am besten vor der Kindergartenzeit schon lesen und schreiben können, möglichst schnell laufen lernen und eine geborgene, unbeschwerte Kindheit haben. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, doch oft ist es so, dass die Eltern dann zur Übermutter oder dem perfekten Vater werden, auch „Helikoptereltern“ genannt. Das bedeutet so viel wie: Sie kreisen permanent wie ein Hubschrauber über ihren Kindern und verwöhnen und behüten diese einfach viel zu sehr.
 

Eigene Erfahrungen sind wichtig

 
Ein kleines Beispiel: Auf dem Spielplatz wird sich um ein Spielzeug gestritten. Der Sohn nimmt einem anderen Kind den Bagger weg, dieses schubst den Sohn daraufhin in den Sand, sodass er auf dem Po landet. Solche Konflikte sind an sich ganz üblich unter den Kleinen. Und sogar wichtig. So lernt der Sohn, dass das andere Kind traurig ist, wenn er ihm einfach den Bagger wegnimmt und dass darauf auch eine Reaktion folgen kann. Doch oftmals unterbrechen Eltern den Streit. Sie ermahnen das Kind, weil es das Spielzeug genommen hat und trösten es, wobei es eigentlich durch das Schubsen keine Verletzung davongetragen hat. In diesem Fall wird, laut Experten, nicht nur von Überbehütung geredet, sondern auch von Folgen für die Entwicklung des Kindes. Wenn Kinder nicht von Beginn an eigene Erfahrungen machen können, erlernen sie bestimmte Fähigkeiten, wie Empathie oder Unrechtsbewusstsein, sehr schwer. Gleichzeitig wollen sie, dass ihre Bedürfnisse ständig befriedigt werden – was kein Wunder ist, da sie genau das im Moment erleben.
 

Halten die Eltern weniger aus?

 
Warum lehnen Eltern jede Konfrontation ab und ersticken jeden Konflikt im Keim? Anscheinend sind sie heute oft überforderter als früher. Davon gehen Experten zumindest aus. Grund dafür ist zum einen Teil die Berufstätigkeit beider Eltern. Früher war es oftmals so, dass ein Elternteil arbeiten ging und der andere blieb zuhause. Heute sind häufig beide arbeiten, weshalb sie dann verständlicherweise daheim wenig Lust haben, die Familienzeit mit Konflikten und anderen unschönen Dingen zu verbringen. Andererseits versuchen die Eltern durch Erziehungsgurus im Fernsehen und Co perfekt zu sein. Zusätzlich trägt die ständige Erreichbarkeit über Handy oder Computer zur Überforderung bei. Denn so bekommt man tagsüber andauernd Mails und Anfragen – auch nach Feierabend. Problem bei der ganzen Sache: Ist man überfordert, wird man schnell unzufrieden. Ist man unzufrieden, will man mehr erreichen, um aus diesem Zustand rauszukommen. Auch das überfordert. Darum: Einfach locker bleiben.
 

Niemand ist perfekt

 
Natürlich ist es nicht immer einfach sich zu entspannen, darum sollte man einiges einfach viel weniger ernst sehen. Denn niemand ist jemals komplett perfekt – auch Eltern nicht. Das verstehen auch schon die Kleinsten. Und sie profitieren davon, eigene Erfahrungen machen zu dürfen. Außerdem zeigt es den Kindern, dass es okay ist, wenn nicht immer alles perfekt ist. Und ganz wichtig: Je entspannter die Eltern sind, desto ausgeglichener sind auch die Kleinen. Sich einfach mal zurücklehnen, durchatmen und bis zehn zählen lohnt sich also durchaus. Denn Kinder brauchen eigene Erfahrungen und keinen Perfektionismus. 🙂


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