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Hausaufgaben machen Kinder nicht klüger

Wie viel bringen Hausaufgaben wirklich?

Lehrer geben sie, Eltern helfen dabei und Schüler beschweren sich darüber: Hausaufgaben, ein ewig diskutiertes und umstrittenes Thema! Der Schweizer Kinderarzt und Buchautor Remo Largo erklärt, wieso Hausaufgaben seiner Meinung nach Humbug sind und Eltern nicht so viel Druck auf ihre Kinder ausüben sollten.
 

Existentielle Ängste und Hausaufgaben

Viele Eltern nehmen sich nach der Arbeit noch die Zeit, unterstützen ihrem Nachwuchs bei den Hausaufgaben und pauken mit ihnen stundenlang. Dahinter steht die Angst, dass die Leistung ihrer Kinder nicht ausreichen und sie, wenn sie groß sind mit leeren Händen da stehen. Diese existenzielle Angst übertragen sie dadurch und üben so einen enormen Druck auf ihre Schulkinder aus.
 

Auswendig lernen bedeutet nicht klug zu sein und viel zu wissen!

Sieht man sich den zu lernenden Stoff an, so ist das Meiste auswendig zu lernen. Frage man jedoch ein paar Wochen nach der Leistungsabfrage nach diesem, so könne sich kaum noch jemand daran erinnern, geschweige denn das Gelernte erklären, so Largo. Noten und Prüfungen würden demnach nichts bringen, da nur das auswendig Gelernte wiedergegeben würde, ohne dass die Kinder den Inhalt auch begriffen hätten.
 

Wie lernen Kinder dann effektiver?

Das Schlüsselwort hierbei sei „selbstbestimmt“, erklärt der Kinderarzt. Nur wenn das Kind ausreichend Erfahrung in dem Gebiet sammeln könnte, würde es auch etwas dabei lernen. Dabei lernt jedes Kind in seinem eigenen Tempo und würde dieses auch brauchen, um weiterhin mit Freude zu lernen.
So sollte den Schülern z. B. beim lesen Lernen unterschiedlich lange und schwierige Texte gegeben werden, aus denen jedes wählen könne. Dadurch könne sich jeder das aussuchen, was er sich auch zutraue und hätte so auch ein Erfolgserlebnis. Würden jedoch alle den gleichen Text bekommen, käme bei der einen Gruppe Langeweile auf, während eine andere heillos überfordert wäre.
 

Kinder leiden unter dem Schulstress

Die heutige Gesellschaft sein nur auf Leistung aus und habe dem entsprechend auch ihr Schulsystem ausgerichtet. Doch dadurch würden Kinder zu sehr unter Druck gesetzt werden, was heutzutage sogar bei unserem Nachwuchs zum Burn-out-Syndrom führe.
 

Um wirklich etwas zu ändern fehlt leider die Zeit

Eltern alleine können leider nicht viel an der stressigen Situation ihrer Kinder ändern. Das Beste wäre jedoch, so Largo, wenn sie sich auf die Stärken ihrer Zöglinge konzentrieren würden um diese zu fördern, da man Schwächen kaum ausmerzen könne. Stattdessen sollten Kinder lernen diese zu akzeptieren und möglichst gut mit ihnen umzugehen.

Allerdings vertrete der Kinderarzt und Buchautor den Standpunkt, dass es Schülern helfen würde, wenn Lehrer vertrauensvolle Beziehungen zu den Kindern ihrer Klasse aufbauen würden. So wäre es seiner Meinung nach für den gemeinsamen Umgang förderlich, wenn sich ein Lehrer die Zeit nähme, seine Schüler zum Schuljahresbeginn der Reihe nach zu besuchen und so Kind und Eltern besser kennen zu lernen.

Dazu sei jedoch leider keine Zeit im Lehrplan vorgesehen. Der eine Elternabend im Halbjahr brächte aber auch keine gute Basis, denn den anwesenden Familien nur ihre schulischen Pflichten daheim zu diktieren schaffe keine vertrauensvolle Basis für ein entspanntes Miteinander.


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