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Gibt es den richtigen Zeitpunkt, um Mutter zu werden?

Gibt es den richtigen Zeitpunkt, um Mutter zu werden?

Im Geburtsvorbereitungskurs waren neben einem breiten Mittelfeld zwischen Ende Zwanzig und Mitte Dreißig, drei Ausreißer: zwei Teeniemütter und eine Dame im fortgeschrittenen Alter von 42. Es wurde ein wenig getuschelt, spekuliert und philosophiert…

Alles ist möglich und doch scheint es gesellschaftlich eine gefühlte Grenze nach unten und oben zu geben. Was in der Generation der Eltern noch selbstverständlich war, so zum Beispiel Anfang 20 schwanger zu sein, gilt heute als Ausnahmeerscheinung. Offensichtlich wird älteren Müttern auch eher zugetraut, dass sie sich ordentlich um den kleinen Menschen kümmern. Ihnen spricht man mehr Reife und Geduld zu als den Frauen, die zwischen 16 und 25 sind. Aber das ist ein Vorurteil. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist immer eine sehr individuelle, gefühlte Sache – entscheidend für die Frage, wann eine Frau Mutter werden sollte, ist sicher ihr Charakter und ihre innere Einstellung. Denn unumstritten steht fest: mit einem Kind ändert sich das eigene Leben radikal. Alle Sprüche der Art: „Ach, das wird schon…. Das Baby binde ich einfach um und mach dann weiter…“ oder: „Wir sehen das ganz entspannt. Das Baby muss sich eben in unseren Alltag einfügen…“ werden sich schnell in Schall und Rauch auflösen.

Definitiv muss man seine persönliche Freiheit einschränken, seinen Tagesablauf neu strukturieren und das Arbeits- oder Studentenleben daran ausrichten. Zudem ist der Druck auf Eltern, was die Erziehung ihres Kindes angeht, heute grösser als früher. Viele Frauen fühlen sich daher mit 25 noch nicht reif genug, sich dieser Aufgabe zu stellen. Doch bereits mit 35 Jahren nimmt die weibliche Fruchtbarkeit ab, das Mutter-werden mit über 40 ist keine Selbstverständlichkeit.

Viele Frauen mit spätem Kinderwunsch entschließen sich deshalb zu einer künstlichen Befruchtung, weil es ihnen auf natürlichem Weg nicht mehr gelingt schwanger zu werden. Ein Gedanke, der bei der Familienplanung und bei dem vor-sich-her-schieben beachtet werden sollte. Natürlich sind die Karriere oder finanzielle Sicherheit wichtige Aspekte, aber letzten Endes hilft beides nichts, wenn der sehnlichste Wunsch nach einem Baby dann unerfüllt bleibt. Die Natur lässt sich nun einmal nicht überlisten…

Deshalb sollte man auf sein Bauchgefühl vertrauen. In einer Welt, in der gern alles akkurat geplant wird, ist ein Kind immer noch eine Überraschung. Kein Mensch kann vorhersagen, wann nach der jahrelangen Einnahme von Verhütungsmitteln, ein Glückstreffer gelingt. Und es ist keineswegs so, dass jede Schwangerschaft glücklich und komplikationslos erfolgt. Vielmehr besteht auch in den ersten Monaten die Chance, das kleine Leben zu verlieren. All das ist normal und kann in keiner Form kalkuliert werden. Hier ist die Frau trotz technischem und medizinischem Fortschritt immer noch ein kleines Wunder….

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Wie erfolgreich die Verfahren der künstlichen Befruchtung sind, dokumentiert jedes Jahr das „Deutsche Register für Künstliche Befruchtung“ (DIR), das seit 1982 Daten über die humane Reproduktionsmedizin erhebt und die Behandlungsergebnisse der mittlerweile 120 deutschen Kinderwunschzentren auswertet.

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Etwa 77.000 Behandlungen werden pro Jahr in Deutschland durchgeführt. Und wie erfolgreich waren sie? „Hier liegt die durchschnittliche Rate aller deutschen Kinderwunschzentren bei gut dreißig Prozent pro Embryotransfer – also das Übertragen der befruchteten Eizelle zurück in die Gebärmutter“, erklärt der Reproduktionsmediziner und Gynäkologe Andreas Tandler-Schneider vom Fertility-Center in Berlin.

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