Home  »  News   »   Familie und Leben   »   Gewalt gegen Kinder

Familie und Leben News

Gewalt gegen Kinder

Gewalt gegen Kinder

Unicef dokumentiert in seinem bisher umfassendsten Report „Hidden in Plain Sight“ das erschreckende Ausmaß der Gewalt gegen Kinder. Sie sind beängstigend oft körperlichen, seelischen und sexuellen Misshandlungen ausgesetzt.

In der Studie wurde die Gewalt gegen Kinder in 190 Ländern untersucht. Genauer betrachtet wurden Familienmitglieder, Nachbarn, Mitschüler oder Freunde.

In den Ergebnissen zeigt sich, dass die Zahl der tödlichen Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in Entwicklungs- und Schwellenländern am größten ist: Lateinamerika und die Karibikregionen weisen gefolgt von Westafrika das größte Ausmaß auf. Die meisten tödlichen Übergriffe gab es 2012 in Nigeria (13.000) sowie Brasilien (11.000). Insgesamt sind im Jahr 2012 rund 95.000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren tödlichen Übergriffen zum Opfer gefallen.

In Bezug auf gewalttätige Erziehungspraktiken, wie Anschreien, Schläge und sogar das Einsperren gehören diese für viele Kinder weltweit zum Alltag. Grausige 40 Prozent (!) der Kinder erfahren in den Ländern Jemen, Ägypten und Tschad schwere Prügelstrafen.

51 Prozent der Mütter in Jemen teilen die Ansicht, körperliche Züchtigung diene der Erziehung und Disziplinierung der Kinder. In den meisten Ländern ist diese Meinung bei sehr armen und bildungsfernen Familien vertreten.

Die Gewalt zwischen Kindern und Jugendlichen mit ihren körperlichen und nonverbalen Auseinandersetzungen ist nicht zu unterschätzen: 13 bis 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen erfahren in 25 Ländern regelmäßig nonverbale Gewalt gepaart mit körperlichen Drangsalierungen. Weltweit ist das jedes dritte Kind. Die Gewalt mit emotionalen, körperlichen oder sexuellen Misshandlungen, die in Beziehungen durch den Partner oder Ehemann bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren ausgeübt wird, beträgt weltweit 84 Millionen. Jedes zehnte Mädchen macht damit international betrachtet die Erfahrung, zum Geschlechtsverkehr gezwungen oder gedrängt zu werden.

Es ist nicht nur die Ausübung von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, sondern auch die Einstellung zu Gewalt ist erschütternd: Es ist weit verbreitet, dass der Partner oder Ehemann seine Frau regelmäßig schlagen darf (Im südlichen Afrika, in Nordafrika und im Nahen Osten ist der Anteil am höchsten).  Der Missbrauch und der Schaden an den jungen Frauen werden von ihnen selbst gar nicht realisiert.

Auch heute ist das „Schön-reden“ von Gewalt weit verbreitet: Gewalt wird hingenommen oder als nicht schädlich angesehen. Doch hat das vielfach verdrängte Leid der Kinder problematische Folgen. Die Kinder leiden öfter unter Depressionen, haben Lernprobleme, ein geringeres Selbstvertrauen. Außerdem setzen die gewaltausgesetzten Kinder später einmal dieselben Handlungsweisen gegen ihre eigenen Kinder oder den Partner ein.

Um Gewalt gegen Kinder zurückzudrängen betont UNICEF sechs zentrale Strategien: Stärkung des Selbstbewusstseins von Kindern, wirksame Kinderschutzsysteme, Unterstützungsprogramme für Eltern, Aufklärungskampagnen, Gesetzesreformen und eine kontinuierliche Dokumentation und Überwachung des gravierenden Problems. Nur so könne man effektive Maßnahmen und Strategien entwickeln.

Hidden in Plain Sight: A statistical analysis of violence against children:

Filmtipp: Scherbentanz

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.