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Geschwisterliebe und der kleine, feine Unterschied zwischen Mädchen und Jungen

Da wird Land auf und Land ab darüber diskutiert, wie gute Geschwisterbeziehungen aussehen, wie man die älteren Geschwister auf den Neuankömmling vorbereitet, was alles zu beachten ist und wie Eifersüchteleien, Zankerein und dem zeitweise vorhandenen Aufmerksamkeitsdefizit auf Elternseite zu begegnen ist – dabei kann es so einfach sein.
Ein kleiner neuer Mensch kommt auf die Welt, ein Mädchen, und ihre sechs Brüder heißen sie willkommen – ein Beitrag zum Herzerwärmen, der filmisch die Besonderheit zeigt (die nichts mit den Genen zu tun hat)
Aber was könnte der Ursprung für diese – im besten Fall – lebenslange geschwisterliche Verbindung sein?

„Die Beziehung zwischen Geschwistern ist die langanhaltendste Beziehung, viel länger als die mit unseren Eltern“, schreiben Stephen Bank und Michael Kahn in „The Sibling Bond“. Dazu kommt laut J.Kluger (TIME-Magazin) folgendes: „Ab dem Moment, an dem sie geboren werden, sind unsere Brüder und Schwestern unsere Mitarbeiter und Mitverschwörer, unsere Vorbilder und unsere warnenden Beispiele. Sie sind unsere Hausdrachen, Beschützer, Ansporner, Peiniger, Playmates, Ratgeber, Quellen der Eifersucht und Objekte unseres Stolzes. Sie lehren uns, wie man Konflikte bewältigt und wie man das nicht tut, wie man Freundschaften führt und wann man besten vor ihnen wegläuft. Schwestern zeigen Brüdern die Mysterien der Mädchen, Brüder bringen Schwestern das Puzzle bei, das Jungs sind.“

Auch die Verarbeitung von Erinnerungen läuft bei Geschwistern anders, d. h. wahrscheinlich durch die tiefe und intensive Beziehung vergessen sie negative Erfahrungen eher – das Schöne, die gemeinsamen Abenteuer bleiben dafür allgegenwärtig. „In der Tat ist es so, dass Geschwister, die sich als Kinder oft stritten, eine intimere Beziehung als Erwachsene haben und emotional viel erfahrener sind.“ so Kluger. Das gilt im übrigen auch für Geschwisterbeziehungen, die extrem problematisch waren. Auch sie prägten und brachten einander Geduld und Akzeptanz bei – auch das Erkennen von „Frühwarnsystemen“ d. h. wann rastet der andere aus, wann ist die Grenze überschritten, wann sollte man sich zurück ziehen – ist eine sehr wertvolle Erfahrung.

Auch sehr wertvoll, durch die gemeinsame Zeit, kann man sich intuitiv verstehen. Nur wenig andere Menschen werden einem so nah sein wie der eigene Bruder oder die Schwester.
Eine Nähe übrigens, die man mit kleinen Querelen oder Streitigkeiten beispielsweise ums Erbe nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollte.

Denn: Gerade im Alter ist eine funktionierende Geschwisterbeziehung eine wahre Stütze und enorme Hilfe. Die Forschung zeigt, dass das Wohlbefinden von Menschen im Alter besser ist, wenn ihre Geschwister noch am Leben sind. Zudem zeigen Studien, dass ältere Männer mit Schwestern emotional sicherer sind als ohne. Interessanterweise war dabei nicht relevant, ob die Geschwister noch Kontakt hatten – ihre bloße Existenz und Verfügbarkeit war wichtig.


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