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Die Geburt meines Kindes

Während der Schwangerschaft war ich sehr entspannt und mir ging es super. Die klassischen „Schwangeschaftssymptome“ blieben mir zum Glück erspart. Aus diesem Grunde sah ich auch der Geburt ziemlich locker entgegen.

Einen Geburtsvorbereitungskurs belegte ich zwar, empfand es aber als unnötigen und recht entnervenden Ballast (mich in Gruppen mit fremden Menschen zusammen zu finden und dann noch zu Dudel-Musik entspannt zu sein,  ist eher nicht mein Ding). Deshalb habe ich die letzten drei Sitzungen „geschwänzt“.

Am Tag 40+2 war es dann soweit: Meine Fruchtblase ist zu Hause um 21.00 Uhr geplatzt!

Wider Erwarten war ich sehr ruhig und fast schon in mich gekehrt. Da bis 23.00 Uhr keine Wehen da waren, blieb ich mit meinem Partner bis dahin daheim. Mit Eintritt der ersten Wehen sind wir dann sofort gestartet. Durch die Erfahrungen meiner Freundinnen, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben, entschied ich mich für das St. Elisabeth Krankenhaus.

Dort angekommen wurde ich freundlich empfangen und gut instruiert. Die Hebamme, die zu diesem Zeitpunkt Dienst hatte,  war sehr nett, einfühlsam und noch recht jung . Wie mir aber mitgeteilt wurde, stand ein Schichtwechsel kurz bevor. Meinen  Partner schickte man gegen 2.00 Uhr nach Hause, da eine Geburt bei Erstgebärenden meist recht lange dauert.

Die ersten heftigen Wehen haben mich schlagartig und ohne große Anmeldung ereilt. Ich fühlte mich kaum in der Lage zu laufen, und lag schon nach kurzer Zeit nur noch in Fetalstellung im Bett. Ich bat um Schmerzmittel und bekam diese von der jungen blonden Hebamme mit der Bemerkung, dass ich nach spätestens einer halben Stunde keine Schmerzen mehr spüren und erst einmal schlafen würde (es war gegen 3.00 Uhr in der Nacht). Nach weiteren zwei Stunden Schlaflosigkeit mit unerträglichen Schmerzen, die, wie ich dann recht schnell bemerkte, pausenlos auftraten, war ich recht beunruhigt und klingelte nach der Hebamme. Ich wollte erneut um Schmerzmittel bitten und erfragen, warum ich keine Wehenpausen habe. Leider kam nun eine Fremde ins Zimmer. Der Schichtwechsel war vollzogen. Diese Hebamme war deutlich älter und schon fast etwas abgebrüht. Meine Frage zu den Wehenpausen wurde nicht beantwortet. An den genauen Wortlaut kann ich mich nicht mehr erinnern, aber die Aussage war recht deutlich: Ich solle mich mal nicht so haben! Und ein weiteres Schmerzmittel dürfe mir nicht verabreicht werden, da eine gewisse Zeitspanne zwischen den Verabreichungen liegen soll. Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich in den Nebenzimmern andere Frauen vor Schmerz stöhnen und schreien hörte. Ganz sicher ging es mir genauso, nur dass ich keinen Laut von mir gab. Ich litt still, kann man wohl sagen. Also lag ich dann allein in meinem Bett und starb still tausend Tode.

Morgens halb 6 hielt ich es nicht mehr aus und klingelt erneut nach der Hebamme. Sie bot mir an zu laufen, aber das wollte und konnte ich nicht. Daraufhin machte sie mir den Vorschlag, eine Badewanne zur Entspannung einzulassen. Und kurze Zeit später kam sie mit Duftölen in mein Zimmer, damit ich mir eines aussuche.( Ich vergaß noch zu erwähnen, dass ich mich etwa zwei Stunden vorher übergeben muss.) Natürlich kann keiner wissen, dass ich diesen ganzen „Duft-Hokus-Pokus“ nicht mag, aber genau in diesem Moment war ich dann satt und einfach nur mit jeder Tätigkeit (und sei es nur das Riechen) überfordert. So sagte ich etwas patzig zur Hebamme: „Ich will diesen Scheiß nicht riechen“. Perplex von meiner Reaktion kam dann in leicht abfälligem Ton von ihr: „Ich kann ja auch nochmal Ihren Muttermund“ abtasten!“

Gesagt, getan. Dann schaute sie mich mit großen Augen an und meinte, dass wir SOFORT in den Kreißsaal müssten. Sie informierte noch schnell meinen Partner, der in 10 Minuten da war und schon ging es los. Zweieinhalb Stunden später konnten wir unser Kind im Arm halten. Gesund, munter und rosig!

Nun zu den Dingen, die ich trotz guter Allgemeinbildung nicht wusste und gerne gewusst hätte:

– Muttermund abtasten während der Wehen tut höllisch weh
– bei vorzeitigem Blasensprung können die Wehenpausen ausbleiben
– wenn man nach der Geburt aufsteht, verliert man jede Menge Blut (ich war da sehr erschrocken)
– falls ich noch ein Kind gebären sollte, dann schreie und stöhne ich, damit man mich ernst nimmt (vielleicht hätte mein Kind schon zwei Stunden eher auf der Welt sein können?)
– Erstgebärende liegen nicht immer 12 Stunden im Kreißsaal

Die Geburt meines Kindes – Eine Geschichte auf LeipzigKids


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