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Baby

Geburt mit Beckenendlage

Ursprünglich wollte ich im Geburtshaus „Ins Leben“ entbinden. Das war aufgrund der Beckenendlage meiner Tochter letztendlich nicht möglich. Das Geburtshaus übernahm also die Vorsorge. Krankenhäuser schaute ich mir nicht an. Ich hoffte bis zum Schluss auf eine Drehung des Kindes und setzte unzählige natürliche Hilfsmittel zur Unterstützung ein (Osteopath, Moxen, Akupunktur).

Ich war mir nach einem MRT und reiflicher Überlegung sicher, dass ich das Kind trotzdem auf natürlichem Weg entbinden wollte. Der Geburtstermin war auf den 12.09. angesetzt und in der Nacht vom 29. auf den 30.08. platzte meine Fruchtblase. Die Hebamme im Geburtshaus sagte mir am Telefon, dass ich ohne Umwege in die Uniklinik fahren sollte, denn nur dort werden BEL (Beckenendlage) entbunden.

Schnell erreichten wir das Krankenhaus. Eine Parkplatzsuche war vorerst nicht notwendig. Schließlich handelte es sich um eine Geburt. Im Kreißsaal, der eher einem Frauenarztzimmer entsprach, wurde die Aufnahme gemacht. Alle Kolleginnen waren sehr freundlich zu mir. Nach Erledigung aller Formalitäten, dem Schreiben des CTG und einem Einlauf, durfte ich noch ein wenig herumlaufen. Dann wurde mein Mann nach Hause geschickt, weil ich mit mir selbst zu tun haben sollte, was ich ein wenig schade fand. Tatsächlich hab ich seine Abwesenheit aber sowieso nicht realisiert.

Aufgrund der Tatsache, dass die Uniklinik ein Lehrkrankenhaus ist, waren auch immer Studenten (Hebammen, Krankenschwestern, Assistenzärzte etc.) mit im Raum, die natürlich lernen wollten, was für mich okay war. Negativ im Gedächtnis ist mir nur eine Hebamme aus einem Nachbarzimmer geblieben, die zu mir rüberkam und sagte, ich solle nicht so rumschreien… Meine Hebamme konterte freundlich aber bestimmt, dass ich ihre Patientin wäre und sie doch bitte den Raum verlassen sollte. Sie schlug mir stattdessen vor, mehr auf A und O zu tönen.

Um 13:00 machten sich die Ärzte Sorgen um die Herztöne meiner Tochter. Zu diesem Zeitpunkt war mein Muttermund schon voll geöffnet, und ich bin ohne PDA ausgekommen. Unter der Geburt hatte sich die Nabelschnur um den Hals der Kleinen gewickelt und sie hatte Stress. So entschieden die Ärzte, einen Notkaiserschnitt durchzuführen. In diesem Moment zählte für mich nur die Gesundheit meines Kindes, und ich stimmte zu.

Da alles sehr schnell gehen musste, konnte mein Mann leider nicht mit in den OP. Ich war sehr benommen und zählte in einem wachen Moment 13 Personen – also musste es recht ernst sein. Was ich spürte und mir nicht gut im Kopf geblieben ist, war die Tatsache, dass zweimal begonnen wurde zu schneiden. Und das, obwohl die Anästhesie noch nicht wirkte. Das war nicht schön. Aber es musste wirklich schnell gehen und so verpasste man mir einen Mundschutz und damit die Vollnarkose.

Meine Tochter wurde um 13:37 Uhr auf die Welt geholt und ich lag allein bis 19:30 im Aufwachraum, ohne eine wirkliche Information oder Auskunft. Mich hätte sehr interessiert, ob beispielsweise mein Mann da und bei der Kleinen war. Das war sehr schade.

Um 19:30 wurde ich in mein Zweibettzimmer gefahren und mein Mann kam endlich mit der Kleinen rein und überreichte sie mir. Die erste Nacht verbrachte sie noch unter Rotlicht und damit nicht neben mir, was für mich in Ordnung war, weil ich mich kaum rühren konnte. Dies hat einer wundervollen und engen Bindung zwischen uns keinen Abbruch getan. Beginnend mit dem nächsten Morgen habe ich sie 16 Monate lang gestillt und sie war mir nie fremd.

Die Nachsorge in der Klinik war angemessen. Ich wurde in Ruhe gelassen, konnte aber jederzeit zu allen Themen Fragen stellen und jemanden rufen. Vier Tage nach der Entbindung durfte ich das Krankenhaus verlassen und wurde dann von der Hebamme im Geburtshaus nachbetreut, was wir uns auch hätten sparen können. Denn: zuerst mussten wir alle Unterschriften für zehn zustehende Nachbetreuungstermine leisten und dann drehte sich die Nachsorge einzig ums Kind und nicht um die Mutter. Termine fanden teilweise verspätet oder gar nicht statt.

Meine nächste Geburt würde ich wieder in der Uniklinik machen, diesmal natürlich mit genaueren Vorstellungen und klareren Ansagen. Eine Beckenendlage würde ich persönlich nicht noch einmal auf normalem Weg probieren zu gebären. Ein Geburtshaus kann ich nicht empfehlen, zumindest nicht, wenn eine Massenabfertigung der Schwangeren auf der Tagesordnung steht.

Nicole

Geburt mit Beckenendlage – Eine Geschichte auf LeipzigKids


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