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Frau Schmidt ist eine Hure. Psychische Gewalt an Schulen

Hacken zusammen. Gerade sitzen. Augen geradeaus und leichte Schnappatmung, wenn der Lehrer das Klassenzimmer betrat – man hatte zu gehorchen. Nein, die alten Zeiten sind vorbei, aber ist es in Ordnung, dass in jeder dritten Grundschule in Deutschland Lehrkräfte in den vergangenen fünf Jahren körperlich angegriffen worden sind? Laut einer Studie vom Verband Bildung und Erziehung gibt es an jeder vierten Schule Gewalt gegen die Lehrkräfte – über alle Schulformen hinweg. Beschimpfungen, Mobbing, Belästigungen und Bedrohungen sind  sowohl von Schülern als auch von Eltern an der Tagesordung. Ein Fakt, der laut Udo Beckmann, Bundesvorsitzender, wenig überraschend ist. Er selbst war Rektor einer Hauptschule und hat gleiches erfahren. Das Problem seiner Meinung nach ist jedoch die fehlende Unterstützung des Lehrpersonals in solchen Fällen.

Will man es eigentlich nicht wissen? Beckmann: „Wir haben 2016 die Schulministerien angefragt, wie denn die Zahlen sind, die sie erhoben haben. Und wir mussten leider feststellen: Es wurden in der Regel gar keine Zahlen erhoben – weil man anscheinend das Phänomen weiterhin kleinreden wollte und man es einfach nicht wissen wollte.“

Die Beratungssprechstunden des Verbandes sind immer wieder geprägt von Gesprächen mit Lehrern, die sich hilflos fühlen. Da gibt es seitens der Vorgesetzten wenig Unterstützung, selbst wenn es sich um schwere Straftaten mit gerichtlichen Verhandlungen handelt. Viele Lehrer fühlen sich allein gelassen, denn die allgemeine Empfehlung lautet: körperliche Gewalterfahrungen mit Schülern oder deren Eltern „privatrechtlich“ zu regeln.

Aber ist es wirklich privat, wenn man sich auf der Arbeit dem aussetzt? An anderer Stelle gibt es Arbeitsunfälle, die anerkannt sind und dokumentiert werden. Die Schule als Arbeitsstätte scheint mit Regelungen und mit einem Rückhalt durch Kollegen und Arbeitgeber sehr verbesserungswürdig. In der fehlenden Darstellung und Statistik liegt begründet, dass Schulämter und Politik wenig Handlungsbedarf sehen. Einzelfälle eben. Dem gegenüber steht lediglich eine Expertise, die aufzeigt, dass sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit einer sozialer und emotionaler Entwicklungsstörung im Zeitraum von 2005 – 2017 fast verdoppelt habe.

Assi-Lehrer! Hure! Homo! Spucken. Schupsen. Wer bedroht wird, bekommt Angst. Aber Angst darf man als Lehrer nicht haben.

Wo fängt Gewalt an? Wo hört sie auf? Mehr zur Gewalt gegen Lehrer hier…


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