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Schwer unter einen Hut zu bringen – Familie und Beruf

Wenn beide Elternteile voll arbeiten, ist die deutsche Durchschnittsfamilie eine logistische Großaufgabe.

Es liegt eine Revolution in der Luft: Das Buch die „Alles ist möglich-Lüge“ von Susanne Garsoffky und Britta Sembach berichten von dem Problem, Beruf und Familie zu vereinbaren. Viele Frauen haben das Gefühl, sich zwischen Kind und Karriere entscheiden zu müssen. Es scheint ein allgemeiner Konsens, dass Familie und Beruf nur schwer unter einen Hut zu bekommen sind. Und eins ist klar: Haben beide Elternteile einen Vollzeitjob, zahlen alle einen Preis, der auf Dauer zu hoch ist.

Die deutsche Gesellschaft unterliegt scheinbar einem riesigen Irrtum. Es sieht so aus, als ginge der allgemeine Aufbau eindeutig davon aus, dass die Männer das Geld für die Familie verdienen und die Frauen sich um den Haushalt und die Kinder kümmern. Inzwischen ist es aber anders: gut ausgebildete Frauen haben gute Jobs, und es besteht der Anspruch auf Kinderbetreuung.

Den beiden Autorinnen, die selbst jeweils zwei Söhne haben, ist bewusst, dass es sich keineswegs um ein individuelles Problem handelt. Moderne Mütter von heute wechseln zwischen Spielplatz, Dienstberatung und Elternversammlung. Das reine Mutterdasein erscheint kaum erfüllend zu sein.

Heute treten viel mehr Frauen den Weg zu einer Mutter-Kind-Kur an. Wo früher noch Rückenbeschwerden als ein typisches Symptom galten, sind es heute Burn-out und Abgeschlagenheit. „Sie spüren den Druck und sind individuell bereit, viel zu geben, aber es erschöpft sie wahnsinnig“, beobachtet Garsoffky.

Die Statistik gibt den beiden Frauen Recht. Es gibt, laut dem Müttergenesungswerk, 30 Prozent mehr abgekämpfte Frauen als es noch vor fünf Jahren.

Sembach und Garsoffky empfehlen es, anders zu arbeiten, um den eigenen Kindern einen größeren Raum in ihrem Leben zu geben. Nur so werden Familie und Beruf vereinbart und es wäre ein Ausweg aus dem täglichen Familiendilemma.  Es muss einen grundlegenden Wertewandel geben. Vielmehr muss das Ergebnis der Arbeit zählen und nicht die im Büro totgeschlagenen Stunden. Geschlechter- und altersgemischte Teams müssen solidarischer zusammen arbeiten. Ein Elternteil, der nicht arbeitet, ist genauso anerkanntes Mitglied der Gesellschaft wie ein berufstätiges Elternteil. Frauen und Männer sollen nicht gleichzeitig Kinder und Karriere in die “rush hour“ ihres Lebens packen müssen, sondern die Möglichkeit haben, sich beruflich zu etablieren. Kinder zu bekommen und später im Job durchzustarten darf sich nicht wiedersprechen. Arbeitgeber müssen sich vielmehr mit Mitarbeiter arrangieren, die auch Mutter und Vater sind.

Das sei laut Sembach und Garsoffky aber noch sehr unvorstellbar, da dies der abwegigste Gedanke in unserer heutigen Gesellschaft ist. Sehr schade, findet das Team von Leipzig Kids.

Buch:

Garsoffky, S. & Sembach, B. (2014): Die Alles ist möglich-Lüge: Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind. 2. Auflage. Pantheon-Verlag, München.

Schwer unter einen Hut zu bringen – Familie und Beruf – LeipzigKids


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