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Familie und Leben

Elternschule im Kino

Glaubt man den Pressestimmen, dann wird hier die „liebevoll, konsequente Erziehung gezeigt“.
 

  • Für jeden, der selbst Kinder hat, ist der Film ein Muss.“ (Süddeutsche Zeitung)

  • „Das Geheimnis guter Erziehung“ (WDR)

  • „Wie gehen wir richtig mit unseren Kindern um – und mit uns selbst?“ (BR)

  • „Welche Erziehungskompetenzen brauchen Eltern, was ist und wie geht „gute Erziehung“? Diesen Fragen geht der Film nach.“ (Badische Zeitung)

 
Bereits der Trailer hat jedoch zu einem erschrockenen Aufschrei geführt. Auf Facebook, Instagram, im Fernsehen und auf Blogs werden die doch recht brachial anmutenden Methoden diskutiert. Eine Petition soll sogar die Ausstrahlung der Dokumentation verhindern. Die Produzenten zeigen sich überrascht und bestürzt über die Empörung.

Dabei ist doch – Zitat: „Unsere Dokumentation maximal seriös und reine Betrachtung“.

Sie interpretieren die Reaktionen als Beweis für die „gesellschaftliche Relevanz“ ihres Filmes, fühlen sich missverstanden und haben nun per Unterlassungsklage eine sehr kritische Rezension des renommierten Kinderarztes und Autors Dr. Herbert Renz-Polster aus dem Netz nehmen lassen.

Doch auch der Kinderschutzbund spricht sich eindeutig gegen den Film aus: „…dass der Zusammenschnitt von dramatischen Filmsequenzen zu einer gewollten Zuspitzung von problematischen Situationen und zu einer Verzerrung der Darstellung der kindlichen Persönlichkeit und zwar zum Nachteil der Kinder führt. Die Rechtsstellung des Kindes als Subjekt mit eigener Persönlichkeit und eigenen Menschenrechten wird nach Meinung des DKSB missachtet.“

Also nichts mit liebevoll, konsequenter Erziehung, die hier unter dem großen Dach der Allgemeingültigkeit filmisch daher kommt und sicher auch keine Hilfe ist für die Eltern unserer Zeit, die sich zwischen Arbeit, Terminen, Familie und einem vollgestopften Kalender ein wenig Unterstützung erhoffen.

Liebe, Nähe und Erziehen ist individuell. Gut, dass da jeder seinen eigenen Weg finden darf!

Link zum Trailer:
www.elternschulefilm.de

Link zur Petition:
www.openpetition

Beitrag von Kinderarztes und Autors Dr. Herbert Renz-Polster:
www.kinder-verstehen.de

Inhalt:
Kinder im chronischen Stress: Laura schreit 14 Stunden am Tag. Anna kämpft mit ihrer Mutter um alles. Lucy hat noch keine Nacht durchgeschlafen. Joshua wird schnell wütend und beruhigt sich nicht mehr. Mohammed Ali kratzt sich blutig, schläft kaum und jammert den ganzen Tag. Felix trinkt nur Milch, die er gleich wieder erbricht. Zahra isst überhaupt nichts mehr, außer Pommes und Chicken Nuggets.

Sie alle kommen mit ihren erschöpften Eltern in die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, Abteilung „Pädiatrische Psychosomatik“. Hier werden chronische Krankheiten behandelt: Neurodermitis, Asthma, Allergien, Schlaf- und Essstörungen, Verhaltensauffälligkeiten. Mindestens drei Wochen lang bleiben Eltern und Kinder in der Klinik und durchlaufen ein umfassendes Programm: Schlaftraining, Esstraining, Verhaltenstraining, Psychotherapie und Erziehungscoaching. Die Behandlung ist ganzheitlich, d.h. es geht hier nicht nur um die Symptome der Kinder, sondern um das gesamte Beziehungsgeflecht der Familie – und um das Verhalten der Eltern. Aber das wird den Betroffenen erst nach und nach klar.

Der Psychologe Dietmar Langer hat dieses Programm entwickelt – zusammen mit einem Team aus Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften. Seit 30 Jahren erforscht er die Zusammenhänge zwischen Stress, Erziehung und chronischer Krankheit. Zweimal die Woche steht Dietmar Langer an einer alten Schultafel vor staunenden Eltern und erzählt: Wie „ticken“ Kinder? Was brauchen sie von uns Erwachsenen – und was nicht? Welche Entwicklungsschritte durchlaufen sie? Und was können wir als Eltern tun, damit aus ihnen starke, gesunde und zufriedene Erwachsene werden?

Wir begleiten Kinder und Eltern durch ihre Zeit auf der Station „KJ3“ – vom Aufnahmegespräch bis zur Nachsorge, ein halbes Jahr nach der Entlassung. Wir erleben das Auf und Ab einer radikalen, ganzheitlichen Behandlung. Dabei wird nicht nur den Kindern einiges abverlangt – vor allem sind die Eltern gefordert. Sie nehmen Abschied von festgefahrenen Verhaltensmustern, lernen ihre Kinder neu kennen – und finden oft erst hier heraus, wie das geht: Gute Erziehung. Wir erleben Fortschritte, Rückschläge – und Heilung. Und am Ende lacht sogar einer, dem wir das nie zugetraut hätten.

„Elternschule“ betrachtet ein zentrales Konfliktfeld unserer Gesellschaft: Erziehung. Wie gehen wir richtig mit unseren Kindern um – und mit uns selbst?


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