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Baby

Einschlafstillen ohne ABER

Stillen stört

Perfekt für alle kindlichen Bedürfnisse, denn wo sonst bekommt mal soviel Nähe, Wärme, Nahrung und Geborgenheit. An Mamas Brust ist alles schön – und auch wenn man sich als Mutter nicht vorstellen kann, dass es sich ändern wird und dass man den kleinen Menschen jemals auch ohne die eigene Brust hergeben zu müssen, ins Bett bringen wird – man wird….

Statt der geliebten Brust gibt es dann Lalelu in Endlosschleife oder die Geschichte der wilden Zwerge. Alles hat seine Zeit. Das wichtigste ist jedoch, dass man sich wohl fühlt. Natürlich kann man auch das Einschlafstillen gegen andere liebevolle Beruhigungsoptionen tauschen, aber die Begeisterung wird sich zum Anfang in Grenzen halten. Nirgends anders erfährt man alle Grundbedürfnisse so kompakt erfüllt wie an der mütterlichen Brust (die übrigens auch noch weit nach dem Stillalltag ein Ort der Beruhigung ist und zum Kuscheln einlädt).

Und die Nähe beim Einschlafen macht durchaus Sinn, so wie Dr. Herbert Renz-Polster in „Kinder verstehen“ schreibt:

So unpraktisch dies ist, evolutionsbiologisch betrachtet ist es sinnvoll: Ohne den Schutz von Erwachsenen einzuschlafen war unter den Bedingungen der menschlichen Frühgeschichte ein Rezept für den sicheren Tod. Die ungeschützten Winzlinge wären von Hyänen verschleppt, von Bären gefressen oder durch eine plötzliche Kaltfront unterkühlt worden. Kein Wunder also, dass nicht die oft besungenen Sternlein am Himmel die Brücke zum Schlaf bilden, sondern ein vertrauter Mensch und die mit ihm verbundenen Merkmale – vom Hautkontakt bis zur gewohnten Stimme….bis vor etwa 4000 – 5000 Jahren führten unsere Vorfahren in Mittel- und Nordeuropa ein halbnomadisches Leben in jagenden und sammelnden Clan-Gruppen. Da war die Nähe vertrauter Erwachsener und ihre unmittelbare Zuwendung für kleine Kinder das Ticket zum Überleben. Dass kleine Kinder viel getragen wurden, dass sie häufig, nach Bedarf und lange gestillt wurden, dass sie nachts bei ihrer Mutter schliefen – all das war zu über 95% der menschlichen Geschichte Teil des normalen Aufwachsens eines jeden Homo sapiens. Ganz einfach: Nähe bedeutete Schutz – und davon konnten Kinder in einer Zeit, als noch die Hyänen ums Lager schlichen und es noch keine Dreifachglasfenster gab, nicht genug bekommen!

Dass Kinder durch das Gewähren von Nähe verwöhnt würden, ist damit aus Sicht der Evolution nicht plausibel. Unsere Kinder stammen aus einer Welt, in der es lebensgefährlich gewesen wäre, ihnen Nähe vorzuenthalten.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt jedenfalls eines: Wir können das Verwöhn-Gespenst nicht dadurch bannen, dass wir unsere Kinder auf Distanz halten.“


Kinder verstehen. Born to be wild


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