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Familie und Leben

Ein bisschen Tradition oder doch lieber was Neues?

Traditionen sind was Schönes. Osterhase, Weihnachtsmann, Zahnfee, Nikolaus gehören einfach dazu. Aber man kann die guten alten Bräuche auch neu interpretieren, wie das nachfolgende Beispiel einer Mama zeigt, die selbst den Nikolaus einen eher furchteinflößenden Gesellen fand….
 

Vielleicht eine Überlegung für kommende Woche?

„Am Vorabend zum 6. Dezember klopft es an der Haustür. Herein tritt ein großer rot bekleideter Nikolaus. Dahinter lässt, wenn man Pech hat, eine schwarze Gestalt ihre Eisenkette klappern. Ja, dieses Bild vom Nikolaus habe ich noch gut vor Augen. Viele Jahre später erfuhr ich, dass sich einer unserer Verwandten, ein 2m-Mann, als Nikolaus verkleidet hatte, um mich und meine kleine Schwester am 5. Dezember zu besuchen. So riesig war der Nikolaus, dass er nur in gebückter Haltung durch die Türschwelle passte. Aus der Küche hörte ich die Eisenkette…

Mir reichte schon der Anblick des Nikolauses. Ratzfatz war ich hinter Mama verschwunden und fürchtete schon das Schlimmste.
Nichts Schlimmes geschah, mir wurde aus einem großen Buch vorgelesen. Darin ging es um mich und das, was ich in den vergangenen Monaten gut und was weniger gut gemacht hatte. Dann bekam ich ein Nikolaussackerl, über das ich mich riesig freute.

Und doch, das Bild von dem unermesslich großen Nikolaus und seinem unangenehmen Weggefährten ist hängen geblieben. Und so habe ich für mich entschieden, dass es bei unserem Kind anders sein sollte. Eine eigene Tradition musste also her. Denn irgendwie ist er ja doch schön, der Nikolaustag!
Nicht zu jedem Kind kommt der Nikolaus je persönlich. Viele Kinder hängen am Abend eine Socke vor die Tür oder putzen ihre Schuhe blitzeblank und über Nacht wird beides klangheimlich mit kleinen Überraschungen befüllt: vom Nikolaus natürlich!
 
Wir haben daran angeknüpft und so sollte die Wohnungstür den Startschuss für eine kleine Schnitzeljagd geben, sozusagen auf der Suche nach dem Nikolaus.
 
Eben spielten wir im Gang, als plötzlich ein Brief durch den Türschlitz geschoben wurde. Ui, Post! Neugierig öffnet unser Sohn den Umschlag. Darin fand er eine Nachricht vom Nikolaus höchstpersönlich. Bilder versuchten den Inhalt auch ohne Worte deutlich zu machen. Mama las den Brief vor. Dort stand, wieviel Arbeit Nikolaus hatte, um kleinen Kindern eine kleine Freude bereiten zu können. Und zu guter Letzt dann noch ein paar Fragen. Warst du auch schön brav? Hast du immer schön aufgegessen? Die Klassiker eben, die dann beantwortet wurden.

Da das Ja überwiegte und schnell feststand, dass er alles in allem ein ganz artiger kleiner Junge war, konnte die Schnitzeljagd beginnen.
Die ganze Familie packte sich warm ein und machten sich mit Taschenlampen bewaffnet auf den Weg in den Garten. Dort war es schon stockfinster und bitterkalt. Gleich neben der Haustür, im Blumentopf entdeckte unser Sohn Freude strahlend eine kleine rote Nikolausmütze, an der eine Schriftrolle befestigt war. Hektisch öffnete er das Papierröllchen, das einen kleinen Traktor zeigte. Hm, eine Botschaft, aber wofür nur? Schnell eilten wir zum Spielzeugtraktor in der Garage und siehe da, dort lukte eine weitere Nikolausmütze hervor….

4 Stationen durchliefen wir bis er letztlich eine große befüllte Nikolausmütze im Gartenhaus entdeckte. Er war also da gewesen, der Nikolaus. Und wie in der Geschichte, hatte er ein paar Packerl dagelassen…“


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