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Die eigene Plazenta – gekocht, roh oder in Kapseln

Die eigene Plazenta - gekocht, roh oder in Kapseln

Im Tierreich ist es üblich, die Plazenta nach der Geburt zu verspeisen. Aber wieso betrifft das Thema nun auch frischgebackene Mütter? Vor allem in den USA ist es ein Trend, dass Mütter die eigene Plazenta verzehren. Es sollen dadurch viele positive Effekte bewirkt werden, doch viele Forscherinnen widersprechen.

Heilmittel in der chinesischen Medizin

Eine chinesische Quelle aus dem 16. Jahrhundert belegt, dass die getrocknete menschliche Plazenta als Heilmittel gegen verschiedene Leiden eingesetzt werden kann. Helfen sollte das Mittel aber nicht den frischgebackenen Müttern sondern vielmehr gegen Impotenz und Unfruchtbarkeit. Untersuchungen ethnologischer Quellen zeigen, dass der Verzehr der eigenen Plazenta keine gängige Praxis ist oder war. In sehr wenigen Gesellschaften gab es den Glauben der gesundheitsfördernden Wirkung auf den Menschen. In einigen galt die Nachgeburt wiederum als unsauber und verseucht.

Gekocht, roh oder gemahlen in Kapseln verpackt

Zahlreiche positive Auswirkungen preisen Vermarkter durch die in der Plazenta enthaltenen Stoffe, wie Eisen, Hormone und Endorphine, an. Positive Effekte auf die Gesundheit, wie das Ankurbeln der Muttermilchproduktion, ein energiegeladeneres Empfindungsvermögen der Mütter, eine stärkere Bindung zum Kind oder das Beenden einer Kindbettdepression werden genannt.

Nicht zu vergessen ist, dass die Plazenta auch Schadstoffe enthält, wie etwa Schwermetalle und Viren sowie Bakterien. Wissenschaftlerinnen warnen davor, dass mögliche Nebenwirkungen genauso wenig erforscht sind wie die positiven Effekte. Die Plazenta hält schädliche Stoffe im Körper der Mutter vom Ungeborenen ab.  Die an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin Cynthia Coyle warnt: „Es gibt keine Vorschriften, wie die Plazenta gelagert, zubereitet und dosiert wird. Die Frauen wissen nicht, was sie zu sich nehmen.“

Wissenschaftlich ist kein positiver Effekt belegt

Im Fachblatt Archives of Women´s Mental Health wird verdeutlicht, dass das Plazenta-Verspeisen keineswegs wissenschaftlich belegt ist. In diesem haben die Forscherinnen die geringe Studienlage zum Thema zusammengetragen. Eine Studie aus dem Jahr 1954, die keineswegs den heutigen wissenschaftlichen Standards entspricht, wird oft in den Mittelpunkt gezogen: Mütter, die die gefriergetrocknete Plazenta verzehrten, hätten damals mehr Milch produziert. Das sei jedoch die einzige Studie, die man zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Plazenta-Essens bei Müttern finden konnte.

Das aus den Forschungen hervorgehende Fazit des Ganzen: „Anhand der vorliegenden Daten ist es nicht möglich, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, die sich auf die menschliche Gesundheit beziehen“, so Coyle. Also sollte man mit dem Braten oder Kochen vielleicht doch etwas zurückhaltender sein….


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