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Die Frage nach dem Glauben… Kinder fragen – Erwachsene antworten?

Kirche

 

Da steht so schlicht und einfach bei Herrn Duden:
Gla̱u̱·be – Substantiv [der]

1. feste Überzeugung, die nicht auf Fakten, Beweisen, sondern auf dem Gefühl beruht.
Sein Glaube an die Zukunft ist unerschütterlich.

2. religiöse Überzeugung.
Ein fester Glaube bestimmte ihr Leben.


Wenn das nur so einfach wäre – generell mit dem Glauben, aber eben auch mit der Vermittlung religiöser Kenntnisse. Denn alle Kinderfragen zu diesem Thema lassen einen früher oder später an seine persönliche Glaubensgrenze kommen. Dennoch ist es wichtig, offen und ehrlich zu sein, gemeinsam mit den Kindern nach Antworten zu suchen und sich auch einzugestehen, wenn man kurz überfordert ist.

Vielleicht hilft es, wenn man sich erst einmal auf einige Lebensregeln verständigen kann, die der Lehrer und Rabbiner Steven Carr Reuben beispielsweise erstellt hat und die in unserer Kultur und in den Zehn Geboten wurzeln:

  • „Erkenne die Freiheit als ein menschliches Grundrecht an.“

  • „Erkenne die Freiheit als ein menschliches Grundrecht an.“

  • „Richte dich nicht nach Werten, die deiner Würde als Mensch schaden.“

  • „Sei verlässlich.“

  • „Nimm dein Leben in die Hand und erfülle es mit Sinn.“

  • „Respektiere deine Familie.“

  • „Achte das Leben.“

  • „Bemühe dich um liebevolle, vertrauensvolle Beziehungen zu anderen.“

  • „Stiehl nicht.“

  • „Lüge nicht.“

  • „Sei dankbar für das, was du hast.“

 
Doch damit sind die kindlichen Fragen nach Religion und Gott noch lange nicht beantwortet. Die Neugierde sollte befördert und nicht ausgebremst werden – auch wenn das manchmal gar nicht so leicht ist.

So hat die Theologin Johanna Klink mehr als ein Jahrzehnt religiöse Fragen der Kinder gesammelt und in ihren Büchern kommentiert. Die Spannbreite ist riesig…

Opa kann uns sehen, aber wir ihn nicht, dann ist er eine Art Nikolaus?
(Mädchen, 3 Jahre).

Der Herr Jesus hat uns lieb. Hat er auch den Teufel lieb?
(Junge, 5 Jahre).

Wenn ich tot bin, bin ich dann im Himmel? Das ist doch nur meine Seele? Davon habe ich doch nichts?
(Junge, 4 Jahre).

Gerad Kinder zwischen drei und sieben Jahre sind neugierig und wollen mehr wissen. Ihr Fragen betreffen alle Dinge und Vorgänge, die sie bewusst wahrnehmen – das Thema Tod und kirchliche Feiertage wie Weihnachten gehören wie Puzzleteile dazu. Forscher und Wissenschaftler wie Jean Piaget verweisen darauf: Kinder im Kindergartenalter erwerben sich die Hauptstrukturen ihres Weltbildes. Ihre Vorstellungen verdichten sich, d. h. die vorerst magisch-mythischen Erklärungsansätze werden immer mehr abgelöst von echten, wirklichen Erklärungen. Mit Hilfe der Eltern kann dieses Weltbild späterer Wegweiser und Orientierung sein. Das typisch Frage- und Antwortspiel zwischen Eltern und Kindern ist dafür unverzichtbar. Aber: es gibt Wissensfragen und Glaubensfragen.

Oft verunsichern die sorglosen Kinderfragen (Mama, wann stirbst Du? Wieso sehe ich die Oma auf der Wolke nicht?) und man fragt sich, wo anfangen und wo enden. Wie finde ich auf die schnelle eine gute Antwort? Eine Erleichterung soll folgende Unterteilung sein. Demnach gibt es:

  • Religiöse Wissensfragen

  • Glaubensfragen

 
Wissensfrage sind schlicht und einfach mit den Fakten zu beantworten. Weiß man es nicht, kann man nachsehen. Glaubensfragen hingegen sind ganz anders. D.h. religiöse Wissensfragen richten sich an den Kopf, an die Informationen, die im Gedächtnis gespeichert sind. Glaubensfragen richten sich ans Herz. Es sind Fragen nach Überzeugungen und Einstellungen. Und das Kind merkt ganz genau, wenn es angeflunkert wird, wenn man zaudert und unsicher ist. Deshalb gilt hier nur so offen und ehrlich zu sein, wie man irgend kann.

Aber auch wenn die Eltern selbst nicht glauben oder beten und mit Kirche wenig anzufangen wissen, kann man Wissen, Religion und natürlich die religiösen Feste spannend vermitteln.
So kann man sich ruhig von anderen Traditionen inspirieren lassen.

Wie? Man könnte Weihnachten wie in Skandinavien am Morgen des 25. Dezember feiern oder ganz, ganz anders wie in Frankreich bei einer Mitternachtsmesse mit anschließendem Restaurantbesuch (was einige Teens bestimmt spannend fänden).

Ergo: das Vermitteln des Glaubens und der Religion ist kein starres Konstrukt nach Religionsbüchern, dass Schule und Kindergarten vorbehalten bleiben sollte. Es gilt, einen eigenen ehrlichen Weg zu finden… und das ist manchmal anstrengend und zeitaufwendig, belohnt aber mit wissenden, unerschrockenen Kindern.


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