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Kolumnen

Dezemberfrust-Januarlust

 

Es ist vollbracht. Dezember ade. Januar juchhe.

Der Nikolaus war in Gestalt leicht matschiger Kinderstiefel zu Besuch. Check.

Wir waren mit Kuschelfaktor zehn bei milden acht Grad und Nieselregen auf dem Weihnachtsmarkt mit den Kindern. (Ok, das Mutterherz war von dem Gedrängel nicht sonderlich erfreut und die Ellenbogen in Kinder-Augen-Höhe haben nicht dazu geführt, dass es ein friedlicher Spaziergang war…) Dennoch: Check.

Wir gingen zum Kindergartenweihnachtsfest (ganz ohne, dass sich ein Kind übergeben hat, so wie beim Sommerfest. Zauberhaft, dass es nicht zu einer Wiederholung kam.) Check.

Wir waren begeistert im Weihnachtstheater. Check. Und noch zu Peter und der Wolf. Doppelcheck. Wir kamen nicht zu spät. Kein Kind fiel vorher in den Dreck. Kein Kind ging verloren oder bekam Besuch vom kleinen oder großen Bock. (Ihr versteht, der Zustand, wo die Hörner wachsen, das Gesicht nach unten klappt und plötzlich von einer Sekunde zur nächsten gar nichts mehr geht.) Check.

Es gab einen Weihnachtsbaum, wobei nur ein superteurer Glitzerengel in Scherben auf dem Boden gelandet ist. Check.
(Na gut, hier muss ich leider die Einschränkung machen, dass der neue Familienhund am fünften Tag des Baumes eben jenen bis zu einer Höhe von einem Meter oberhalb des Bodens abgefressen hat. Natürlich nicht das Grün, aber alle Engel, Schleifen, Glocken, Kugeln, Brezeln und Zuckerstangen wurden als Feinde identifiziert, des nachts gestellt und bis zum Morgengrauen hingerichtet. Ein Anblick, der uns nach dem Aufstehen nicht unbedingt in Verzückung versetzt hat.)

Der Familienbesuch endete ohne größere Diskrepanzen erfolgreich, wobei die Geschenkeanzahl leider leicht die vorher getroffene Vereinbarung überstieg, was die mütterliche Organisation etwas bombardierte. Aber naja. Wenn man ehrlich ist, hätte es schlimmer kommen können. Also auch hier Check.

Wir hatten Weihnachten frei. Keine Arbeit. Kein Hetzen. Kein „fix anziehen, wir müssen los“. Die Terminanzahl hielt sich in Grenzen, denn wir hatten Windpocken. Das war zwar nicht optimal und das kleine Kind sah mit ihrer weißen Lotion wie ein blonder Fliegenpilz aus, aber immerhin. Gerade durch diesen Umstand waren die Verpflichtungen natürlich stark eingeschränkt. Wer will schon kleine, ansteckende, wimmernde Gäste haben? Da bleibt nur der harte Kern und so gabs eher Couch und Kakao, Spaziergang und Märchen, Musik und Badewanne. Gar nicht so schlecht fanden wir. Check.

Und zu Silvester war das Kind auch wieder auf der Höhe. Schorf statt neuer Pocken. Wunderkerzen, Hexenkreisel und Knallerbsen, die die Oma ganz großzügig mit der Weihnachtspost an uns verschickt hatte, so dass jegliche Erklärungsansätze, warum das nicht nötig ist oder wieso wir kein Feuerwerk kaufen, direkt im Keim erstickt wurde. Die Kinder hats gefreut und so standen wir auf der windigen Straße und versuchten zu zündeln, um dann schnell wieder ins Warme zu kommen… die kindliche Müdigkeit und das weniger werdende Knallen herbeisehnend, so dass auch wir unser Haupt betten konnten. Allein, die Idee das Hundekind mit leicht homöopathischer Dosis zu beruhigen, stellt sich als Irrtum heraus. Aber im Rahmen des möglichen; Check.

Und nun? Das neue Jahr also. Hoch die Tassen und her mit den guten Vorsätzen, die man jetzt überall zu hören und zu lesen bekommt, wie diese….

In diesem Sinne, bleibt so wie Ihr seid, macht das Beste daraus und vielleicht nicht alles so ernst nehmen. Das ist zumindest meine Idee für das Jahr.

Ihre/Eure Sabine Henriette Schwarz


Die Mütter-Vorsätze für ein gelungenes, entspanntes 2018:

  • 01Nicht mehr auf Besserwisser-Mütter hören.
    Sie sind überall und geben immer Ihre Meinung kund. So sähen sie Zwietracht und Unsicherheit.
  • 02Das kleine Wort „NEIN“ nutzen
    Man muss nicht zu allem Ja und Amen sagen. Der Rest der Welt wird auch mal ein „nein“ verkraften und dafür gibt’s ein wenig mehr Zeit für einen selbst.
  • 03Fantastische Väter auf, auf zu Elternabenden
    Elternabende können sowohl Mamas als auch Papas besuchen. Also: ruhig auch mal den Herrn Gemahl schicken und nicht immer alles selber machen.
  • 04Pi,Pa,Putzhilfe…gesucht
    Ja, sie ist nicht kostenlos, aber dafür ungemein hilfreich. Vielleicht kann man das Geld ja doch irgendwo abknapsen und sie sich in diesem Jahr leisten? Dafür hat man dann auch….
  • 05Jeden Tag 30 Minuten Zeit
    um in der Badewanne zu liegen, allein aufs Klo zu gehen, Kaffee, zu trinken oder einfach mal dahin zu trödeln.
  • 06Weniger Freizeitstress
    Alle will man gleich „bedienen“, alle will man glücklich machen und so versucht man die Verabredungen unter einen Hut zu bekommen. Dabei ist Couch und Buch doch auch mal schön. Also: Verabredungen reduzieren und dafür einfach mehr mit und für sich selbst da sein.
  • 07Urlaub – der Lichtstreif am Horizont
    Nichts ist motivierender als das Bild von sich in der Hängematte, unter Palmen, am Pool, in den Bergen… Wo auch immer man glücklich ist, der Urlaub sollte so bald wie möglich feststehen, damit man sich richtig ordentlich drauf freuen kann.
  • 08Gelassenheit üben
    Die Straßenbahn fährt vor der Nase weg, Stau, trödelnde Kinder, doofe Mitmenschen – alles nicht schön, aber alles auch nicht zu ändern. Deshalb: tief atmen und den Himmel ansehen.
  • 09Achja, Mehr schlafen.
    Wäre es nicht schön? Hört es sich nicht gut an? Aber irgendwann, wenn die Kinder nicht mehr klein sind, kommt es wieder. Versprochen!


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