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Der geistige Horizont von Kindern verringert sich stetig? Wie bitte?

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Reden wir also von dummen Kindern? Nein, das nicht, meint der englische Forscher Tim Gill, der bereits seit zwanzig Jahren beobachtet, wie sich das Lebensumfeld von Kindern und ihre Erziehung verändert.

Früher haben Kinder draußen gespielt, sind über Bäume geklettert, tobtem im Wald herum, rannten über Felder und Wiesen. Das ist nicht neu, aber es hat Auswirkungen.

“Es sind nicht nur Eltern, die ängstlicher geworden sind. Alle haben heute mehr Angst als früher vor Dingen, die passieren könnten”, sagte Gill gegenüber dem “Calgary Herald”. Die wenigsten Kinder bekommen heute noch die Erlaubnis, unbeaufsichtigt draußen zu spielen – dabei sind blaue Flecken und Kratzer für die Entwicklung extrem wichtig.

Kinder müssen ihre Grenzen austesten. Körperlich und geistig. Sie müssen erfahren, was sie können und was nicht. Traut man sich nicht mehr allein vom Baum, hat man sich in der Tat zu viel zugetraut. Aber das Risiko ist es wert. Die Risiken in der Natur sind abschätzbar und geben einen guten Rahmen für den kindlichen Erfahrungshorizont. Darf man aber solche Risiken nicht eingehen, wird man krank oder der Wunsch, sich selbst etwas zu beweisen, auszubrechen, etwas Verwegenes zu tun, potenziert sich bis zur Pubertät (wo man dann so richtig über die Stränge schlägt)

Wissenschaftler konnten belegen, dass Kinder, die draußen spielen, toben, klettern und springen, in jeder Hinsicht gesünder sind als Kinder, die wohlbehütet in der Wohnung bleiben.

Trotzdem – die Welt hat sich geändert. Die Angst begleitet Eltern heutzutage fast überall und kaum jemand sagt heute am Wochenende nach dem Frühstück: „Viel Spaß draußen, zum Mittag bist Du wieder zu Hause.“ Das wären vier Stunden völlig frei, ohne Aufsicht. Schade eigentlich, meint Gill, denn… “Die Welt mag sich verändert haben, doch das Verlangen der Kinder nach neuen Erfahrungen ist gleich geblieben”. Und auch wenn es schwer fällt, Eltern sollten sich den Kindern zuliebe einen Ruck geben. “Wir müssen ein bisschen entspannter mit kleineren Verletzungen und blauen Flecken umgehen, denn wisst ihr was? Das ist Teil der Kindheit”. Und noch etwas ist laut Gill sehr wichtig: “Wir müssen uns daran erinnern, wie sehr Kinder diese Freiheit, dieses Gefühl von Abenteuer, lieben und brauchen.”


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