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Der Erziehermangel verschärft sich

Bundesweit wird das Problem Erzieher und Erzieherinnen für Krippe, Kindergarten und Hort zu finden immer größer. Trotzdem betont Nicolas Tsapos, Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung: „Bis Jahresende sind wir in den kommunalen Einrichtungen in Leipzig zwar noch gut aufgestellt“. Denn rein rechnerisch hat die Stadt derzeit 20 Stellen bzw. fünf Stellen über dem Bedarf.
 

Arbeiten in Teilzeit

Die meisten Erzieherinnen arbeiten Teilzeit, doch oft sieht es durch Krankheiten, Überlastungen und Schwangerschaften anders aus. Sie führen zu Beschäftigungsverboten und sind bei vielen Einrichtungen leider Alltag. Dazu kommt, dass in Leipzig neue Kitas hinzukommen. „Wir wissen aus Erfahrung, dass wir pro Jahr so um die 100 Schwangerschaften in kommunalen Kitas und Horten haben.“, so Tsapos.
 

Möglichkeit zum Aufstocken

Man will vorbeugen und sich Reserven schaffen, darum gibt es fortlaufende Bewerbungsverfahren. Denn die eigene berufsbegleitende Ausbildung ist ein erster Schritt, um junge Menschen für Leipzig zu interessieren und zu halten.

Da die meisten Beschäftigten in den Kitas 30 bis 35 Stunden pro Woche arbeiten, bietet man ihnen die Möglichkeit zum Aufstocken an. Bei diesem stressigen Job ist das für viele jedoch nicht so richtig attraktiv, denn selbst Hortnerinnen könnten zusätzlich in einer Kita ein paar Stunden aufstocken. Aber dieses Modell wird so bisher noch nicht durchgeführt.

Natürlich sehen viele, die Erzieherberufe erlernen, ihre Perspektive in Leipzig, darauf will und kann sich die Stadt aber nicht ausruhen. Deshalb setzt sie jetzt neben 50 eigenen, berufsbegleitend ausgebildeten Erzieherinnen pro Jahr auch auf Fachkräfte, die ihre Qualifikation im Ausland erworben haben. „Sie müssen natürlich geeignet sein und über angemessene Deutschkenntnisse verfügen“, erklärt Claudia Franko, die Leiterin des Personalamtes. Als Grundvoraussetzung wird dabei das Niveau B2 angegeben.
 

DDR-Fachschulabschluss

Bisher gab es beim Landesamt für Schule und Bildung in Dresden Fälle, bei denen die Prüfung eines Antrages bis zu drei Jahre gedauert hat. Das hat viele davon abgehalten, sich überhaupt zu bewerben. Doch jetzt soll das Verfahren deutlich beschleunigt werden, denn viele sind wohl bereit, kurzfristig nach Deutschland zu kommen

Dazu kommt, dass seit Neuestem auch Abschlüsse aus DDR-Zeiten anerkannt werden. Das gilt nicht nur für Erzieher und Erzieherinnen aus Krippen, Kitas, Heimen und Unterstufenlehrer mit DDR-Fachschulausbildung, sondern auch für Freundschaftspionierleiter mit Lehrbefähigung für untere Klassen.
 

Sächsischer Bildungsplan

Vorausgesetzt ist natürlich eine entsprechende Eignung der Person. Darum ist es vorgeschrieben, dass alle Interessenten innerhalb des ersten Beschäftigungsjahres eine Fortbildung absolvieren und sich mit dem sächsischen Bildungsplan vertraut machen.

Der Beruf des Erziehers ist an sich sehr attraktiv und viele Jugendliche wollen ihn gern erlernen. Jedoch macht der unvergütete und langwierige Ausbildungsweg den Beruf eher unattraktiv. Deshalb müsste es eine Initiative im Bundesrat geben, um das schnell zu ändern.


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