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Das Still-Sitz-Problem

Still sitzen

Immer mehr Kinder haben angeblich Aufmerksamkeitsstörungen, oder der Verdacht auf ADHS liegt vor. Immer mehr Kinder haben Probleme aufzupassen und ruhig auf ihrem Stuhl zu sitzen und Schwierigkeiten mit der Konzentration. Das ist nicht nur in der Grundschule so – selbst im Kindergarten müssen Kinder während des Morgenkreises 30 Minuten stillhalten.

Generell ist festzustellen, dass Kinder ein Bewegungsproblem haben. Kinder befinden sich fast die gesamte Zeit in einer aufrechten Haltung. Nur selten sieht man Kids, die über die Wiese kullern, einen Berg runter rollen, auf einem Baum hochklettern oder sich wie wild im Kreis drehen – alles Freizeitbeschäftigungen, die vor Jahren oft zu beobachten waren.  Die Auszeiten, die Kinder haben, werden immer kürzer, denn an Stelle von individueller Beschäftigung im Garten, im Hof oder auf der Straße sind Kurse zur Förderung und zur Verbesserung spezifischer Fähigkeiten getreten. Aber auch in Englischkursen, im Musikunterricht oder in der Malschule sitzen die Kinder die meiste Zeit. Grund: die gestiegenen Anforderungen im Bildungssystem.  Dazu spielen die Kinder auch aus Angst der Eltern weniger draußen. In Schule, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen gibt es immer öfter Haftungsprobleme, was ebenfalls zu vermehrten Beschäftigung drinnen führt.

Bei der Beobachtung einer Schulklasse und mehreren Tests, initiiert durch balancedandbarefoot, wurde festgestellt, dass die meisten Kinder im Klassenzimmer schlechte Grundkraft und Balance hatten. D.h. im Vergleich zu den 80er Jahren hatte nur eines von zwölf Kindern normale Kraft und Balance. Der Zappelphilipp ist vorprogrammiert, denn ohne Kraft, Balance und vorheriger Bewegung können die meisten Kinder gar nicht anders.

Ironischerweise laufen die Kinder mit einem unterentwickelten Gleichgewichtssinn herum – wegen mangelnder Bewegung. Aber um ein gutes Gleichgewichtsgefühl zu bekommen, müssen Kinder ihre Körper in alle Richtungen bewegen, mehrere Stunden am Stück. Genau wie beim Training, ist das mehrmals pro Woche notwendig.

Wenn die schlecht bewegten Kinder, die deshalb Defizite mit und bei ihrem sensorischen System haben, in die Schule kommen, ist ihr Körper mehr als schlecht aufs Lernen vorbereitet. Der Körper braucht dringend Bewegung, um ihr Gehirn in Gang zu bringen, aber die Schule ist nicht der Ort fürs Toben und Spielen und Hüpfen und Rennen. Zappeln ist deshalb die Antwort und sozusagen ein selbstgemachtes Problem von zu wenig Sport und Bewegung im Kindergarten, in der Vorschule, im Elternhaus und in der Schule selbst. Mehr qualifizierte Sportstunden könnten helfen….


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