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Das Maß der Dinge oder wie viel Hobby ist für mein Kind gut?

Klar, man will das Kind fördern, es aber nicht überfordern – zumindest so der Rat der Entwicklungspsychologen und Pädagogen. Ein Hobby soll in erster Linie Spaß machen, Freude bringen. D.h vor allen Dingen auch, es geht nicht darum, was die Eltern wollen!

Sie sollen beobachten und steuern – ganz unabhängig vom Alter des Kindes. Die entscheidenden Fragen sind:

  • Womit beschäftigt es sich am liebsten?
  • Was macht es selbstständig und vor allem über eine längere Zeit?
  • Was kann es gut?

Interessen entwickeln sich und orientieren sich zwar zuerst an den Eltern, aber nur weil der Vater immer Fußballprofi werden wollte, muss das noch lange nicht der sehnlichste Wunsch des Nachwuchses sein. Nach anfänglicher Nachahmung gehen die Kids ihre eigenen Wege und entwickeln eigene Vorlieben. Nur, wenn das Kind noch kein klares Interesse an einer Sache hat, dann kann es auch mal ‚gezwungen‘ werden, sagt die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl von der Universität Koblenz-Landau.

Egal welches Hobby, wenn man das richtige gefunden hat, ist es für die Kinder nur förderlich. Unabhängig ob Sport- und Musikgruppen, Basteln oder Experimentieren, das Miteinander  auch außerhalb der Schule ist wichtig für die Entwicklung der Kinder. Musik fördert emotionale und kognitive Fähigkeiten. Sport wirkt sich positiv auf die Motorik aus – alles besser als Spielkonsole, Computer und Fernsehen in der Dauerschleife.

Aber: man sollte es nicht übertreiben. Freizeitstress kann es auch schon im Kindergartenalter geben. Quaiser-Pohl als Entwicklungspsychologin fordert deshalb:

Maximal zwei Nachmittage sollte ein Grundschulkind seinem Hobby nachgehen.“ Alles andere sei „verplante Kindheit“.

Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts iconkids&youth klagt bereits jedes dritte Kind im Alter zwischen sechs und zwölf über zu wenig Zeit zum Spielen. Bei den Zehn- bis Zwölfjährigen bemängelt sogar jedes zweite Kind, dass es wegen Sport, Musikunterricht und auch Hausaufgaben zu wenig freie Zeit hat.

Und eine Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinderstiftung hat ergeben, dass 87 Prozent der Eltern von gestressten Kindern nicht glauben, dass sie ihre Kinder überfordern. 50 Prozent der Eltern meinen demnach sogar, ihre Kinder nicht genug zu fördern. Die Eltern meinen es ja nur gut und wollen das Beste. Aber das Beste ist immer relativ und die freie Zeit zum Ausspannen, für Gespräche und zum „Selbstständigwerden“ sollte nicht vergessen werden. Das braucht Raum und kein Gehetze, dass sich nur ungünstig auf die gesamte Familie auswirkt.

Ergo: zwei Tage!

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