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Das ewige mütterliche schlechte Gewissen

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Mal schreit es laut. Mal schreit es leise. Aber generell ist es immer da. Bei der Arbeit möchte man lieber zu Hause sein. Beim Einkauf denkt man an die Bastelei, die man eigentlich mit Sohnemann fertigstellen wollte und das Bett des Kindes müsste auch mal wieder frisch bezogen werden…. Alles nicht so einfach, aber gut, dass das jeder Mutter so geht.

Oder?


„Ein schlechtes Gewissen hat jede Mutter schon mal gehabt. Ich kenne nur ganz wenige Mamas, die durchs Leben gehen und sagen: „Mir doch egal, was meine Familie, die Nachbarin, Onkel Karl-Heinz oder die Gesellschaft überhaupt denkt, wie ich so meinen Job als Mama mache.“ Zum Muttersein gehört wohl heutzutage unweigerlich dazu, sich ständig zu reflektieren. Selbstkritik ist ja nicht schlecht und das kommt auch den Kindern zu Gute, aber boah, wie ist das manchmal anstrengend, sich das Hirn zu zermartern, was schon wieder alles hätte besser laufen können.

Meine Gastautorin Alina Rheindorf hat eine Liste von Gefühlen für uns alle zusammengestellt, sie nennt das auch sehr treffend „Der Elternzeigefinger im Kopf“.

Das schlechte Gewissen: Mamas ständiger Begleiter

Wenn Dich dein sieben Monate altes Kind beobachtet, während Du dir schnell hinter dem Rücken des dreijährigen Kindes eine Schokolade in den Mund schiebst. (Aufpassen, denn irgendwann können die Kleinen reden und petzen!)

Gefühl: #Schwerverbrecherin

Wenn man zu früh arbeiten geht, hat man das Gefühl, man lässt das Kind alleine.

Gefühl: #Rabenmama

Wenn man zu spät arbeiten geht. Denn im Kindergarten können Kinder spielend ihre soziale Kompetenz trainieren. Bleibst du da noch zu Hause, bist du nicht nur als Mama irgendwann uncool, sondern auch am Arbeitsmarkt. Und heutzutage ist Hausfrau/-mann-Sein noch immer keine Arbeit, sondern quasi ein selbstgewähltes Hobby.

Gefühl: #Hausfrau4ever

Wenn man zu viel Spielzeug kauft und das Kind dadurch verwöhnt wird und nie lernen wird, mit Geld umzugehen.

Gefühl: #GekaufteLiebe

Wenn man zu wenig Spielzeug kauft, sodass sich das Kind Spielzeug immer von anderen ausborgen muss. (Pädagogisch wertvolles Holzspielzeug ist uncool. Davon sind 0- bis 25-Jährige übrigens überzeugt.)

Gefühl: #ArmeSchluckerfamilienmama

Wenn man Freund/innen ständig vertröstet, vernachlässigt, langsam ein isolierter Sozialfall wird, der zwar toll mit Puppen und Autos spielen kann, aber keine Unterhaltung mehr führt, in der es nicht um Kinder geht.

Gefühl: #100%MamaaberkeinMenschmehr

Wenn man dann endlich wieder ohne Kinder das Haus verlässt und sich drei Schritte später schon wieder schlecht fühlt, weil heute jemand anderer die Kinder ins Bett bringt.

Gefühl: #Verrücktegluckenmama

Wenn das erste Kind mit zwei Jahren feierlich die erste Schokolade überreicht bekommt. Während Kind zwei sie bereits im Alter von neun Monaten Kind eins aus der Hand reißt und man ohnmächtig, resignierend, übermüdet einfach die Augen schließt und es geschehen lässt.

Gefühl: #SchuldigimSinnederUngleichbehandlung

Wenn du abends wach liegst, weil du einmal vergessen hast, deinem Kind die Zähne zu putzen. Beim ersten Loch Zahnarzt belügen („Haben immer geputzt!“)

Gefühl: #Assimama

Wenn man mit dem Kind zu wenig spielt, vernachlässigt man es.

Gefühl: #Spielverderber/in

Wenn man mit dem Kind zu viel spielt, denn so wird es nie lernen, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Gefühl: #EwigerSpielkameradvomMamakind

Eltern sein heißt nicht nur Verantwortung für ein anderes Menschenleben tragen, sondern auch ständig sein eigenes Handeln zu hinterfragen. Der Gesellschaft sind wir ohnehin keine Rechenschaft schuldig, unseren Kindern aber schon. Ich überlege jetzt schon, wie ich ihnen das mit der Schoki später einmal erklären werde.


Alina Rheindorf ist Autorin des Buches „Die schlechteste Mama der Welt

Alles richtig machen kann man es als Mutter heutzutage sowieso nicht. Deshalb beschließt Alina Rheindorf ganz einfach die schlechteste Mutter der Welt zu sein und über ihre Erfahrungen als frischgebackene Zweifach-Mama zu schreiben. Schonungslos ehrlich zeigt sie ihre Welt zwischen Überglück, Übermüdung und Überforderung.

Vielen Dank, Alina für Deine Offenheit!


Zuerst veröffentlicht auf frau-mutter

 


Die schlechteste Mama der Welt:
und ihre unbeantworteten Fragen an die Evolution

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