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Das Bedürfnis nach Bindung

Das Bedürfnis nach Bindung

Babys werden mit einem Grundbedürfnis geboren: dem Bedürfnis nach Bindung. Sie brauchen einen Menschen, der sie versorgt. Bei den Erwachsenen sieht das ganz anders aus. Das Annehmen und Erwidern des kindlichen Bedürfnisses nach Nähe kann ein Prozess sein, der Ruhe, Zeit und gewissen Rahmenbedingungen braucht. Nicht jeder erlebt die „Babyflitterwochen“ und manch schlafloser, zweifelnder Gedanke macht es nicht einfacher.

Deshalb hier die sieben Erkenntnisse der Bindungforschung, die es erleichtern können….

Die natürliche Geburt.
Der Körper der Mutter schüttet einen regelrechten Cocktail an euphorisierenden Substanzen aus, die nicht nur schmerzlindernd wirken, sondern regelrecht high machen können. Sehen Mütter ihr Baby in diesem Hormonwahnsinn zum ersten Mal, beschreiben sie oft, von Mutterliebe geradezu überrannt worden zu sein (Wenn das übrigens nicht der Fall ist, braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben. Manche Liebe braucht etwas länger.)

Die ersten ungestörten Minuten.
Laut Bindungsforschern erlebt das frische Baby in den ersten ein bis zwei Stunden nach der Geburt einen Zustand „konzentrierter Wachheit“. Es schaut und riecht, kuschelt sich an Vater und Mutter. Verbringen junge Eltern diese erste Stunde mit ihrem Baby ungestört, empfinden sie ihr Kind nachweislich im gesamten Babyjahr als pflegeleichter und unkomplizierter – auch wenn es sich objektiv nicht anders verhält als andere Babys.

Stillen.
Auch hier wird der Körper der Mutter von Hormonen überflutet – u.a. vom „Liebeshormon“ Oxytocin, dass auch beim Sex ausgeschüttet wird. Es fördert die enge Bindung zwischen zwei Menschen und es veranlasst die Mutter beispielsweise eigene Bedürfnisse hintenan zu stellen.

Erfahrung mit Babys.
Auch wenn es unglaublich scheint, selbst der größte Kinderhasser verfügt über ein instinktives Wissen zum Umgang mit Babys. Es kann allerdings nur im Umgang mit kleinen Kindern geweckt werden. Studien zeigen: Wer als Kind kleine Geschwister oder als Erwachsener mal das Baby der Freundin auf dem Arm hatte, tut sich mit dem Bonding leichter.

Achtung Papa-Hormone.
Auch bei Vätern steigt während der Schwangerschaft der Hormonspiegel. Das Hormon Prolaktin, das besonders feinfühlig und fürsorglich macht, nimmt enorm zu und gleichzeitig sinkt der Spiegel des Männlichkeitshormons Testosteron. So werden Väter auch von der Natur auf ihre neue Rolle vorbereitet. D.h. je mehr sich Väter nach der Geburt um ihr Baby kümmern, desto mehr steigt der Prolaktin- und sinkt der Testosteron-Spiegel – eine intensive Beziehung zwischen Baby und Vater wird erleichtert.

Nähe und Schmusen.
Jeder innige Hautkontakt ist eine Gelegenheit, zu erspüren, wie es ihrem Baby geht. Nähe ist der Schlüssel, um in den fortfolgenden Jahren eine intensiv, tiefe und ehrliche Beziehung zum Kind aufzubauen – und diese auch nicht zu verlieren, wenn es schwierige Phasen gibt. Dieses Erfühlen und Erschnuppern kann nie zuviel sein, denn nur so erkennt man, was und wie es dem Kind wirklich geht (auch ohne Worte). Ganz wichtig dabei, dem elterlichen Bauchgefühl vertrauen.

Rahmenbedingungen schaffen.
Eltern können sich nur in ihr Baby verlieben, wenn es ihnen gut geht. Plagen sie mehr Ängste, Sorgen und Nöte wird es um ein vielfaches schwieriger, sich auf den kleinen neuen Menschen zu konzentrieren. Deshalb gilt auch hier, Freunde, Familie sind hier die wichtigsten Unterstützer.

Trotzdem: Elterngefühle dürfen auf sich warten lassen. Es gibt keinen festen Terminplan und jeder Mensch reagiert anders. Sich nicht unter Druck setzen und die Situation annehmen sind sicher die wichtigsten Punkte überhaupt – auch wenn es viel einfach gesagt als getan ist.

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