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Familie und Leben

Bin ich eine schlechte Mutter, wenn mein Kind allein ist?

„Heute leben wir in einem Land, in dem es als kriminell gilt, Kindern zu erlauben, sich der direkten Aufsicht durch Erwachsene zu entziehen, und sei es nur für eine Sekunde.“ so Kim Brooks, die sich in der New York Times äußerte. Brooks selbst war angeklagt worden, Ihre Aufsichtspflicht verletzt zu haben, weil sie ihren 4jährigen Sohn nicht mit zum Einkauf nahm. Er wollte nicht mit und lieber im Auto weiter spielen. Beobachter wählten darauf den Notruf und Brooks selbst stritt zwei Jahre um das Sorgerecht. Zum Schluss leistete sie als Zeichen ihres gutes Willens hundert Stunden gemeinnützige Arbeit und besuchte Elternschulungen.

Die Frage: kann eine Art Null-Risiko-Erziehung gelingen? Wie viel Helokopter muss man sein? Ist man laut Gesetz in der Verpflichtung immer und ständig da zu sein? Die Argumentation bei den Behörden und im Fall Brooks liegen folgendermaßen… ganz egal, was die Kinder machen – ob sie radfahren, spielen oder herumsitzen -, es könnte immer eine schreckliche Gefahr auftauchen. Also müssen die Eltern immer bereit und anwesend sein, um diese Gefahr abzuwenden. Die Eltern sozusagen als kontinuierliche Gefahrenabwehr, als 24-Stunden-Bodyguard für ihre Kinder.

Barbara W. Sarnecka von University of California, erforschte in diesem Zusammenhang, wie Beobachter die Gefahr von Kindern einschätzen. Sie kam zu dem erstaunlichen Ergebnis: Es kommt nicht so sehr darauf an, in welcher Situation ein Kind sei, sondern, aus welchen Gründen die Eltern es allein lassen. Bei guten Gründen – Arbeit – gilt die Gefahr als klein, bei unmoralischen Gründen – Liebhaber , Einkaufen – wird die Gefahr hoch eingeschätzt. „Es geht nicht um Sicherheit“, sagt Sarnecka. „Es geht darum, eine soziale Norm durchzusetzen.“

Aber Erfahrungen sind wichtig, gehören zum Aufwachsen. Wie stolz ist das Kind beim ersten Einkaufen. Wie glücklich kommt es wieder, wenn es allein im Wald eine Bude bauen durfte. Die Stadt an sich schränkt die Möglichkeiten ohnehin sehr ein. Deshalb sollte man den wenigen Freiraum nutzen und auch von gesetzeswegen keine 100% Überwachung als angebracht halten.


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