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Der alljährliche Weihnachtswahnsinn – Muss das sein?

Der alljährliche Weihnachtswahnsinn - Muss das sein?

Ach ja, der alljährliche Weihnachtsstress steht schon wieder vor der Tür… Wenn es Euch mal wieder vor dem Weihnachtsidyll graust, erfahrt hier ein paar Tipps von Therapeuten, wie man das Fest der Liebe ohne größere Blessuren überstehen kann und dem Ganzen sogar ein bisschen Spaß abgewinnt.

„Die Erwartungen an Weihnachten sind riesig“

Sich in den Strudel unschöner Familiendynamiken reißen lassen? Nein danke. Man kann sich wappnen, denn gute Vorbereitung ist nun mal alles. Seit Jahrhunderten hat das Weihnachtsfest eine große Bedeutung, die Symbole und Rituale, ein Fest des Stetigen und Immergleichen, Unveränderbaren. „Die Erwartungen an Weihnachten sind riesig“, sagt Arnold Retzer, Familientherapeut und Leiter des Systemischen Instituts Heidelberg: „Nähe, Harmonie, Exklusivität – alles, was man sonst nicht hat, soll jetzt stattfinden. Vor allem Liebe!“

Überhöhung führt zu Überforderung

Retzer meint, Überhöhung führt zu Überforderung, man sollte die Ansprüche konsequent runterschrauben auch wenn die Erwartungen größer sind als der Verstand. „Diese Ansprüche haben fast schon mythische Ausmaße“, sagt der Psychologe Arist von Schlippe, der an der Universität Witten-Herdecke Führung und Dynamik von Familienunternehmen lehrt. „Im Spannungsfeld von Erwartung und Realität entstehen viele Konflikte“, so der Professor.

Frauen besonders unter Stress

Vor allem Frauen geht der Trubel vor den Feiertagen ordentlich auf die Nerven – was vor allem daran liegt, dass sie in der Regel noch immer diejenigen sind, die Geschenke kaufen, kochen, backen und die Kinder bei Laune halten und das auch oft noch neben dem Job. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der „Apotheken Umschau“ erleben 41,2 Prozent der Frauen die Adventszeit als besonders hektisch – satte 60,6 Prozent der 30- bis 49-Jährigen kommen überhaupt nicht mehr zur Ruhe.

Hier ein paar Tipps, wie ihr Quälereien vermeidet:

  • Nur weil die Schwiegermutter ein extravagantes Sieben-Gänge-Menü auf den Tisch zaubert, müsst Ihr nicht dasselbe tun. Entwickelt Eure eigenen Rituale. Fragt Euch: Was ist wichtig? Was ist nichtig?
  • Sprecht Euch mit Eurem Partner ab, wie die Festtage ablaufen sollen und was besonders Wichtig für Euch ist.
  • Werdet Euch der Fallen bewusst, die auf Euch lauern. Vermeidet giftige Auseinandersetzungen wegen banaler Streitfragen: Wo feiern wir? Wer kümmert sich um was? Wie wird der Baum geschmückt?
  • Tretet schon ein paar Tage vor Weihnachten auf die Bremse! Gönnt Euch auch am 23.12. noch einen Saunabesuch, lasst Euch massieren oder macht Euch einen gemütlichen Abend mit Eurem Liebsten.
  • Reduziert die Zahl der Geschenke auf ein vernünftiges Maß.
  • Geht unter einem Vorwand vor die Tür und atmet einfach mal tief durch. Gönnt Euch Ruhe vor dem Sturm.
  • Vermeidet Schuldzuweisungen an Euren Liebsten.
  • Wenn Streit zum Weihnachtsfest aufkommt und das Adrenalin hochkocht, geht in eine freundliche Distanz und bleibt ruhig.
  • Stellt Euch Fragen wie:
    – Welche Dynamiken gibt es in meiner Familie?
    – Wie kann man mich so richtig auf die Palme bringen?
    – Wie verteile ich Gesten der Wertschätzung ohne Bedingungen?
    – Wie kommt man aus Streitsituationen gemeinsam wieder raus?

Im diesem Sinne versucht die Feiertage und die damit verbundenen Vorbereitungen stressfrei zu genießen. Weihnachten ist nun mal das Fest der Liebe, ein starkes Ritual, das uns verbindet und nicht aus der Welt zu schaffen ist…

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