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Familie und Leben

Albinismus – weiße Haut führt zu Verfolgung, Armut, Verfolgung oder sogar zum Tod

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Die Fotografin Patricia Willocq ist in der Demokratischen Republik Kongo aufgewachsen, ein Land, wo Menschen mit Albinismus* oft Zielscheibe von Diskriminierung sind und im Schlimmstenfalls ist sogar ihr Leben bedroht.

In der Geschichte des Albinismus wird oft der Ausdruck „mami wata“ verwendet, ein Ausdruck, der von dem englischen Ausdruck ‚mammy water‘ herrührt. Entsprechende Legenden besagen, dass einst eine sehr hellhäutige Meerjungfrau, die in Flüssen und Ozeanen lebte, voller Wut, Rache an den Männern nahm, die sich ihrem Zauber widersetzten, und die Kinder gebar, die ihrem reinweißen Bild aufs Haar glichen.

Aufgrund von Aberglauben, der gerade in Afrika noch weit verbreitet ist, werden Frauen, die Kinder mit Albinismus auf die Welt bringen, auch heute noch oft von ihren Familien und Partnern verstoßen. Und aufgrund ihrer Haut- und Haarfarbe werden die Kinder ungerechterweise oft mit Geringschätzung und Verachtung gestraft. „Sie werden abgelehnt, stigmatisiert und aus der Schule genommen – so bekommen sie keine Chance, in die Gesellschaft integriert zu werden“, erklärt Willocq. Sie wachsen als eine Art Aussätzige, am Rande der Gemeinschaft auf, haben keinen Zugang zu Bildung und werden allein aufgrund ihrer Hautfarbe abgelehnt. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Heiler und „Hexen-Doktoren“ in Afrika den Irrglauben verbreitet haben, Menschen mit Albinismus würden über Superkräfte verfügen. Das resultierte in einer beängstigenden Jagd nach Körperteilen von Menschen mit Albinismus, um sie zu Amuletten oder „Zaubertränken“ zu verarbeiten. Somit sind sie nicht nur an den Rand der Gesellschaft gedrängt, sondern auch verfolgt und leben in Angst und Unsicherheit.

Deshalb hat Patricia Willocq 2013 das Fotoprojekt „White Ebony“ (Weißes Ebenholz) gestartet, das zeigen soll, wie schön, normal und einzigartig jene Babys, Kinder und Erwachsene sind.

Es ist Zeit mit dem Irrglauben aufzuräumen und ein Zeichen zu setzen. Auch hier gilt: Toleranz und Gleichheit ungeachtet der Haar-, Augen- und Hautfarbe.

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Copyright: Patricia Willocq

*Albinismus (von lateinisch albus ‚weiß‘) ist eine Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der Biosynthese der Melanine (das sind Pigmente also Farbstoffe). Entsprechende Menschen und Tiere zeichnen sich durch hellere Haut-, Haar- bzw. Fellfarbe und Augenfarbe aus.


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