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ADHS – eine große Lüge?

ADHS – eine große Lüge?

Gestern haben wir uns mit dem Still-Sitz-Problem beschäftigt und festgestellt, dass die äußeren Umstände Kinder zu zappeligen, unruhigen Mitmenschen macht. Zu wenig Bewegung, zu wenig Sport, ein unterentwickeltes sensorisches System – dies alles macht es Kindern heutzutage nicht leicht. Ein Ausgleich fehlt. Hüpfen, Springen, Klettern, Laufen – die ursprünglichen Bewegungsformen der Kindheit werden stark vernachlässigt und diese Vernachlässigung hat Folgen.

Zu diesen Folgen gehört auch, dass ADHS in aller Munde ist. ADHS ist die häufigste psychiatrische Krankheit bei Kindern, die laut der Aussage der Bundesärztekammer bei ca. 5 % der deutschen Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren diagnostiziert werden. Bei Jungs häufiger als bei Mädchen heißt es: ungeduldig, unkonzentriert, unaufmerksam = ADHS. Folge: das Medikament Ritalin.

Der US-amerikanische Arzt Richard Saul wagt jetzt eine verwegene These. In seinem Buch „Die ADHS-Lüge: Eine Fehldiagnose und ihre Folgen“, meint er: ADHS gibt es nicht. Saul meint, dass man nicht allen Kindern oder Erwachsenen, die sich leicht ablenken lassen, ADHS zuschreiben sollte. Denn „unter subjektiven Kriterien wäre die gesamte Bevölkerung an ADHS erkrankt… Wie viele von uns können behaupten, dass wir Probleme beim Organisieren haben, oder dazu tendieren, Sachen zu verlieren; dass wir vergesslich oder abgelenkt sind oder nicht auf die Details zu achten? Unter diesen subjektiven Kriterien wäre die gesamte Bevölkerung an ADHS erkrankt“, schreibt er im Magazin „Time“. Medikamente mit derartigen Wirkungen auf den Körper sollten nicht so leichtfertig verschrieben und von den Eltern gewünscht werden. „Von 5.000 Patienten, die mit ADHS-Beschwerden zu mir kamen, brauchten zehn Prozent Stimulanzien und 90 Prozent brauchten etwas anderes oder gar nichts“, erzählt der Neurologe. Saul beschreibt in seinem Buch auch Beispiele falscher Diagnosen: zum Beispiel ein Mädchen, das nur eine Brille brauchte und schon waren alle Anzeichen für ADHS, die ihr im Unterricht von den Lehrern unterstellt wurden, verschwunden. Oder ein Patient, der schlichtweg zu viel Kaffee trank.

„Eine Generation von Kindern – und Erwachsenen – heranzuzüchten, die ohne Stimulanzien nicht leben kann, ist keine Lösung“, so sein Fazit. Aber Saul bestreitet nicht, dass es ADHS gibt. Er spricht vielmehr von „einer Sammlung von Symptomen, die mit dieser Diagnose assoziiert werden und nicht als eine Krankheit“.

Die ADHS-Lüge: Eine Fehldiagnose und ihre Folgen


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