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30% der Mütter kurz vor dem Zusammenbruch

Jeder Tag mit einem strengen Zeitplan und einer ganzen Latte an Aufgaben, die bitte alle bis vor dem zu-Bett-gehen erledigt sein sollten. Zwischendurch noch Arbeit, Einkauf, Hausaufgabe, Wäsche, Essen…. Kein Wunder, wenn der Akku da irgendwann leer ist und die Schlafenszeit nicht mehr genügt. Die Ausdauer ist endlich und Kinder + Mann merken, dass die Worte weniger werden und das reine Funktionieren Einzug hält. Dabei ist die Stabilität der Mütter für die Familie besonders wichtig. Diplom-Pädagogin Friederike Otto erforscht die Erschöpfung der heutigen Müttergeneration, die oftmals an ihre Belastungsgrenzen geraten.

20% aller Mütter sind so fertig, dass sie Behandlung brauchen. 30% sind zwar nicht pathologisch erschöpft, aber sie fühlen sich kurz vorm Zusammenbruch

 

Die Gründe:

Die Arbeitsbelastung an sich, denn 80% der Mütter sind berufstätig.

  • Ein kinderunfreundliches Wohnumfeld, so dass die Kinder ständig beaufsichtigt werden müssen und kein Raum für eine eigenständige Tätigkeit bleibt.

  • Die gestiegenen Anforderungen von Schule und Hort, was Hausaufgaben, Nachhilfe oder Ersatzbetreuung in den Schließzeiten betrifft.

  • Schwierige gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die laut Otto dringend verändert werden müssen…

 
Otto: „Wir brauchen eine wirklich gute und flächendeckende Kinderbetreuung. Die 170 Milliarden, die für Familienförderung ausgegeben werden, müssen anders und gezielter verteilt werden. Der Beruf der Erzieherin muss aufgewertet werden. Wir brauchen endlich gleiche Löhne für Männer und Frauen. Ein Steuer- und Rentensystem, das nicht mehr von der Alleinverdiener-Ehe ausgeht. Arbeitgeber, die flexible Arbeitsbedingungen gewähren. Und Väter, die mit anpacken.“

Aber auch Väter befinden sich im Dilemma. Sie sind mit Kindern für noch einen Menschen mehr verantwortlich und möchten sich um die finanzielle Versorgung kümmern. Gleichzeitig würden sie auch gern, mehr Zeit mit der Familie verbringen und sehen ev., dass Frau Hilfe benötigt und ihre Grenze erreicht hat.

Die persönliche Grenze kann man aber auch erreichen, weil die Ansprüche zu hoch sind, d.h. gesunde, saubere, hübsche Kinder, die sich ordentlich verhalten und möglichst ganz gut in der Schule sind. Dazu kommt noch das bitte saubere, aufgeräumte Zuhause und der Wunsch, abends frisch und lecker das Abendessen zu zaubern. Auch im Job möchte man Erfolg, Anerkennung, gute Leistungen bringen und dabei auch noch passabel aussehen – d.h. frisch gewaschene Haare, ein gebügeltes Outfit, saubere Schuhe… Das Ende: oftmals Mutter-Kind-Kuren, die für drei Wochen Wert auf die eigene Gesundheit legen, um den Müttern eine Einsicht mitzugeben.

Otto: „Wir haben untersucht wie Mütter …sich drei Wochen und neun Monate nach der Kur fühlen. Für die meisten hat sich der Erschöpfungszustand reduziert – und das hält an. Die Mütter machen die Erfahrung, dass, wenn sie an einer Stelle etwas verändern, das ganze System in Bewegung kommt. Das kann die Selbstfürsorge sein. Oder eine Veränderung in der Erziehung. Das ist schon mal eine ganz grundlegende Erfahrung. Übrigens machen inzwischen auch mehr Väter solche Kuren, bisher drei Prozent – aber die Tendenz ist stark steigend.“

Ein guter Familientipp: Einmal am Tag erzählen sich alle, was schön am Tag war und jeder darf einmal in der Woche seine kleine Auszeit haben… egal ob Fitness-Center, Angeln, Tanzen, Kino oder Freunde.


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