Home  »  News   »   Familie und Leben   »   100 Jahre Waldorf-Bewegung

Familie und Leben

100 Jahre Waldorf-Bewegung

Die Menschen kommen ursprünglich aus Atlantis, Kinder sind wiedergeborene Seelen und haben ein schicksalhaftes Karma – diese und weitere Überzeugungen des Antroposophen Rudolf Steiner prägen und formen bis heute den Unterricht in den Waldorfschulen. Kontraste hat sich zum 100. Waldorf-Jubiläum mit Experten, ehemaligen Schülern und Lehrern über das fragwürdige Weltbild der Waldorfschulen unterhalten.
 

Erstaunliche Karriere

 
…eines Schulkonzepts, das auf den Okkultisten Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, zurückgeht. Er sah sich als Hellseher kosmischer Wahrheiten und glaubte an Engel, Karma und die Wiedergeburt. Bis heute findet seine Esoterik in der Waldorf-Festgemeinde gläubige Anhänger.
 

Wie sieht es in den Waldorfschulen wirklich aus?

 

Judith Basad, Autorin:

Anfang der siebten Klasse hatten wir Menschenkunde und dort wurde uns beigebracht, dass die Evolutionstheorie, so, wie wir sie kennen nicht existiert, sondern… also dass wir keine gemeinsamen Vorfahren mit dem Affen haben, sondern dass wir alle vom Kristall abstammen. Es kamen dann natürlich Widersprüche im Unterricht, die sagten: Nein, also, man kann doch die Evolutionstheorie nicht verleugnen. Und dann wurden wir bloßgestellt, du hast ja keine Ahnung, möchtest du so sein wie ein Affe?

 
Nach der Auffassung Rudolf Steiners entstammen die Menschen Atlantis. Für ihn waren Affen ebenso wie Indianer verkommene Abzweigungen der Evolution. An der Spitze wiederum war der europäische Arier.
 

Prof. Stefan Hopmann, Erziehungswissenschaftler Universität Wien:

Der anthroposophische Hintergrund, die Theorien, warum etwas gemacht wird, wie etwas beurteilt wird, wie es weiterentwickelt wird, das wird nicht öffentlich thematisiert. Weil natürlich weiß man, dass, wenn man den Eltern jetzt mit Astralleib und Karma käme, dann würden viele dieser aufgeklärten Bildungsbürger schreiend den Raum verlassen.

 
Trotzdem prägen genau diese Vorstellungen weiterhin den Schulalltag. Dinge wie Lesen und Schreiben werden häufig erst gegen Ende der ersten Klasse gelernt. Denn Steiners Glaube besagt, dass erst im Alter von sieben Jahren ein „Ätherleib“ geboren wird, welcher bildliches Denken überhaupt erst ermöglicht. Und Kritisches Denken ist erst im Alter von 14 Jahren möglich, wenn der „Astralleib“ geboren wurde.
 

Julia, Mutter:

Unser Sohn ist vier Jahre lang auf die Freie Waldorfschule gegangen und er war da gar nicht frei. Diese Begrifflichkeiten, die die Waldorf-Schule verwendet, um sich nach außen hin darzustellen – eben Individualität, Kreativität, Freiheit, Erziehung zur Freiheit – diese Begrifflichkeiten sind doch anders interpretiert von den Anthroposophen als es wir Normalmenschen jetzt tun würden.

 
Mittlerweile ist das Waldorf-Regiment sehr strikt geworden. Das erlebte auch der Musiklehrer Andreas Salm, dessen „moderne“ Musik auf Missfallen stieß, da sie angeblich schlecht für die Seelen der Kinder wäre. Geschockt war er auch von einer Weiterbildung – er sollte lernen, die Eigenschaften der Kinder an ihrem Äußerem zu erkennen.
 

Andreas Salm, ehem. Musiklehrer an Waldorfschulen:

Ganz platt gesprochen: Eckiges Gesicht dumm, ovales Gesicht ein bisschen intelligenter, rundes Gesicht intelligent und so weiter. Und bei Steiner stehen dann auch noch so Sachen, die man heute ja gar nicht mehr echt nicht mehr wirklich laut sagen sollte. Von wegen. Je dunkler die Haut desto dum… und so weiter. Ich hab diesen – mit einer Kollegin zusammen – diese Weiterbildung – ich glaube, nach anderthalb Stunden – wutentbrannt verlassen.

 
Waldorflehrer werden auch heute weiterhin auf antroposophischer Grundlage ausgebildet. Zum Beispiel wird im Fernstudium Waldorfpädagogik in Jena der reine Glaube Steiners im Grundstudium gelehrt: Äther- und Astralleib, Reinkarnation und Karma und sein Glaube an Elementarwesen, Dämonen und Engel.
 
Den kompletten Bericht sowie weitere Erfahrungen und Eindrücke findet ihr unter folgendem Link:
www.rbb-online.de


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.