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1 Loch – 2 Löcher – Ohrlöcher für Kids

Körperschmuck ist IN – mit unzähligen Spielarten und verschiedensten Möglichkeiten – wie beispielsweise wieder auf der Tattoo Expo am 03. Und 04.März in Leipzig gezeigt wird. Aber was ist mit dem Ohrschmuck für die Kinder? Sollte man? Ab wann sollte man? Was sagen die Experten und die Rechtslage?

Der Gesetzgeber hat dazu keine Vorgaben gemacht. „Ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestalter gibt es nicht„, erklärt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte e. V. in Köln. „Bei Minderjährigen liegt die Entscheidung im Ermessen der Eltern.“ Aber gerade da liegt ja „der Hase im Pfeffer“. So hat beispielsweise ein Fall in Berlin für Aufsehen gesorgt. Die Eltern einer Dreijährigen hatten die Betreiberin eines Tattoo¬-Studios verklagt, weil ihre Tochter nach dem Ohrlochstechen traumatisiert gewirkt hatte. Der Prozess endete mit einem Vergleich: 70 Euro Schmerzensgeld zahlte die Inhaberin dem Kind. Der Richter zog in Erwägung, die Staatsanwaltschaft zu informieren und prüfen zu lassen, ob die Eltern oder das Tattoo-Studio sich der Körperverletzung schuldig gemacht hatten.

So lehnt die Deutsche Gesellschaft für Piercing in Essen beispielsweise das Ohrloch-stechen bei Kindern unter 14 Jahre konsequent ab. Dabei fragen in der Tat viele nach, so die Vorsitzende Martina Lehnhoff. „Da es sich aber um einen körperlichen Eingriff mit irreversiblen Folgen handelt, sind wir der Meinung, dass Kinder die Entscheidung ganz bewusst selbst treffen müssen„, sagt sie. Und Kinder- und Jugendarzt Dr. Burkhard Lawrenz stellt fest „Rein medizinisch betrachtet, ist das nicht problematischer als bei älteren Kindern. Die Frage sei vielmehr: Darf das Elternrecht wirklich so weit gehen? Kinder haben ein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit.“

Eine Frage, die jeder für sich beantworten muss – bevor er im Optimalfall das Gespräch mit seinem Kind sucht. Ist das in der Lage, für sich eine Entscheidung zu treffen und möchte es dies auch noch nach Monaten oder gar Jahren, dann haben Eltern verschiedene Möglichkeiten: Juweliere, Piercer, Kinderärzte oder HNO-Ärzte.

Im Gegensatz zu Piercern, die Ohrlöcher mit einer sterilen Einwegnadel stechen, werden in Schmuckgeschäften Ohrlochstechsysteme mit sterilen Einmalkartuschen verwendet. „Die Geräte sehen zwar ähnlich aus wie Pistolen, es wird aber nicht mehr geschossen wie früher, sondern von Hand behutsam gedrückt“, erklärt Joachim Dünkelmann. Als erste Ohrringe eignen sich Stecker aus einem antiallergischen Material wie Chirurgenstahl, Echtgold oder Titan.


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